Linzer Hafen bekommt langsam wieder Oberwasser

Der zum Konzern der städtischen Linz AG gehörende Hafen der Landeshauptstadt bekommt durch die Erholung der Wirtschaftslage langsam wieder Oberwasser. Nach einem Rückgang haben die Umschlagsmengen im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2009/2010 wieder deutlich zugenommen, das Betriebsergebnis ist leicht gestiegen. Das berichtete der zuständige Linz-AG-Vorstandsdirektor Erich Haider zusammen mit weiteren Hafen-Verantwortlichen in einer Pressekonferenz am Montag in Linz.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit habe sich um 100.000 bis 200.000 Euro auf 3,5 Millionen Euro verbessert. Im Jahr davor habe es 5,1 Millionen betragen. Darin seien aber Sondereffekte unter anderem durch Grundstücksverkäufe im Ausmaß von rund 2 Mio. enthalten gewesen. Die Gesamtbetriebsleistung - die sich aus Wasser- und Landumschlag zusammensetzt - ist zuletzt nach einem Rückgang um 19,7 Prozent auf 2,591 Millionen Tonnen wieder um 8,6 Prozent auf 2,814 Mio. Tonnen gewachsen. Sie ist aber noch weit von dem bisherigen Rekordwert von 3,589 Millionen Tonnen im Geschäftsjahr 2003/2004 entfernt. Damals seien noch mehr Güter auf dem Wasserweg transportiert worden, insbesondere Mineralölprodukte, argumentierten die Hafen-Verantwortlichen.

Der Wasserumschlag verzeichnete im abgelaufenen Jahr ein Plus von 24,6 Prozent auf 1,082 Millionen Tonnen, wobei der Handelshafen gleich um 44,7 Prozent zugelegt hat, der Tankhafen aber nur um 2,3 Prozent. In der Bilanz des Landumschlages - um 0,5 Prozent auf 1,732 Millionen Tonnen erhöht - machte sich der darin dominierende Containerterminal bemerkbar. Er hat zwar in den letzten Monaten des Geschäftsjahres wieder angezogen, das konnte aber einen Gesamtrückgang um ein Zehntelprozent auf 1,705 Millionen Tonnen nicht mehr verhindern. Erfolgreich war der Hafen in den Geschäftsfeldern "Mietlager" und "Vermietung von Grund und Boden". Alle Tiefkühllager seien voll ausgelastet, alle Grundstücke vermietet. Nur im Bereich Gefahrengutlager gebe es noch freie Kapazitäten.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Chefs des Linzer Hafens mit weiteren Zuwächsen, man liege "im Plan". Bis einschließlich Februar sei die Gesamttonnage um 12 Prozent gestiegen, der Bereich der Container habe um 23 Prozent zugelegt.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 4,1 Millionen Euro unter anderem in eine Halle für Gefahrengut und wassergefährdende Stoffe investiert, alles aus dem eigenen Cash-flow. Heuer sollen 5,5 Millionen in den Umbau einer Halle, die für Veranstaltungen von "Linz- Europäische Kulturhauptstadt 2009" errichtet worden war, zu einem Tiefkühllager gesteckt werden. Außerdem soll im Mai mit dem seit Jahren geplanten Projekt begonnen werden, um 10 Millionen Euro den Hafen zu einem Drittel zuzuschütten und die Flächen als Logistikpark zu nützen. Auch der Containerterminal soll um 20 Millionen Euro modernisiert und ausgebaut werden. So sollen heuer rund 10,6 Millionen und bis 2013 insgesamt rund 35,5 Millionen Euro investiert werden. (APA/red)