Industriegase

Linde: Sanjiv Lamba wird als Nachfolger von Steve Angel gehandelt

Beim weltgrößten Gasekonzern Linde gilt laut einem Pressebericht das Vorstandsmitglied Sanjiv Lamba als Nachfolger des derzeitigen Unternehmenschefs Steve Angel.

Beim weltgrößten Gasekonzern Linde gilt laut einem Pressebericht das Vorstandsmitglied Sanjiv Lamba als Nachfolger des derzeitigen Unternehmenschefs Steve Angel. Wenn alles gut läuft, könnte Lamba schon in rund einem Jahr den Chefsessel übernehmen, schrieb das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Lamba, der bereits vor der Fusion mit Praxair bei Linde im Vorstand saß, tritt im Jänner beim Konzern als Chief Operating Officer an. "Das nächste Jahr wird für Lamba das entscheidende sein", sagte Linde-Chairman Wolfgang Reitzle dem Blatt. Direkt bestätigen wollte er die Spekulationen um die Neubesetzung auf dem Chefsessel nicht. Das Board werde rechtzeitig über die Nachfolge Angels entscheiden, sagte er.

Bericht unter Berufung auf Insider

Dass der langjährige Linde-Manager Lamba das Rennen machen dürfte, sei auch dem Proporz im fusionierten Unternehmen zu verdanken, hieß es weiter. Die neue Linde startete mit dem Linde-Mann Reitzle als Chairman of the Board und Praxair-Chef Angel als Vorstandschef. Manche Insider hatten laut der Zeitung damit gerechnet, dass ein Praxair-Manager Angel nachfolgen werde. Schließlich sei die Fusion von außen als versteckte Übernahme durch die Amerikaner betrachtet worden - zumindest, was Stil und Kultur angehe.

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Doch intern werde die Personalie nun als Hinweis gewertet, dass die Linde-Seite im neuen Konzern eine zentrale Rolle spiele, so die Zeitung. "Wir sind keine amerikanische oder deutsche Firma, sondern eine rein globale", sagte Reitzle. Es spiele keine Rolle mehr, von welcher Seite eine Initiative komme. Nur die Performance interessiere.

Der amtierende Konzernchef Steve Angel zieht unterdessen zufrieden Bilanz: "Wir haben inzwischen zwei Weltklasse-Unternehmen integriert und in Zeiten einer globalen Pandemie eine operative Marge auf Rekordniveau erzielt", sagte der Amerikaner, der den Konzern aus Danbury an der US-Ostküste steuert, dem "Handelsblatt". Der Gewinn werde in diesem Jahr prozentual zweistellig steigen. Auch für 2021 ist Angel zuversichtlich. "Stabile Volumen vorausgesetzt, bin ich zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr beim Ertrag erneut zweistellig zulegen können."

Seit dem Zusammenschluss trimmt Vorstandschef Angel den Konzern auf Profitabilität. Reitzle wollte den früheren Unternehmenschef von Praxair unbedingt als Chef des neuen Konzerns. Er hat dies, so wie das gesamte Fusionsprojekt, damals gegen alle Widerstände durchgeboxt.

Wenn Lamba in den kommenden ein bis zwei Jahren Linde-Chef wird, dann dürfte Angel Chairman des Boards werden. So wollen es beide Fusionspartner. (dpa-afx/apa/red)