Elektroautos

Lieferprobleme bei Tesla dauern an - "Model 3" sorgt für Minus beim Gesamtabsatz

Tesla hat weiter Lieferprobleme für sein Massenmodell "Model 3" und kämpft auch mit logistischen Schwierigkeiten. Wegen der starken Nachfrage nach der Baureihe sinken die Verkaufszahlen der anderen Tesla-Modelle - und damit unter dem Strich auch der gesamte Absatz. Zeitgleich rücken deutsche Hersteller Tesla immer näher.

Logistische Hürden beim Export des neuen Tesla-Modells nach Europa und China sowie eine schwindende Nachfrage nach den älteren Modellen haben dem US-Elektroautobauer einen Absatzrückgang eingebrockt. Im ersten Quartal rollten 63.000 Fahrzeuge zu den Kunden, wie Tesla vor wenigen Stunden mitteilte. Das waren 31 Prozent weniger als im vierten Quartal.

Starker Rückgang beim Absatz insgesamt

Mit 50.900 blieb die Zahl der an die Kunden gebrachten Model 3 deutlich hinter der Markterwartung zurück, die schon wegen der Einfuhrprobleme in den Häfen Zeebrugge in Belgien und Shanghai gedämpft war. Tesla zufolge hingen dort Ende März noch 10.600 verkaufte Fahrzeuge fest. Die Probleme dauern bereits seit einiger Zeit an: Tesla steckt offenbar in großen Lieferschwierigkeiten >>  

"Model 3" kommt noch nicht in Fahrt - Nachfrage nach anderen Modellen sinkt

Während das preisgünstige Volumenmodell der Kalifornier, Model 3, nicht richtig in Fahrt kam, schwand die Nachfrage nach den älteren Modellen, der Limousine Model S und dem SUV Model X. Davon schlug Tesla mit 12.100 Exemplaren weniger als halb so viele los wie im Schlussquartal 2018. Trotzdem bekräftigte der Elektroautopionier seine Absatzprognose von 360.000 bis 400.000 Fahrzeugen im Gesamtjahr.

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Deutsche Hersteller sind Tesla dicht auf den Fersen

Einige Analysten machen dahinter ein Fragezeichen, weil die Konkurrenten vor allem aus Deutschland aufgeholt haben. So kommt Mitte des Jahres das erste Elektro-SUV der neuen Daimler-Marke EQC auf den Markt, im kommenden Jahr folgen BMW mit dem ix3 und als direkter Model-3-Konkurrent von Volkswagen der ID Neo, der ein Massenprodukt werden soll wie der VW Golf.

Für das erste Quartal hatte Tesla-Chef Elon Musk bereits einen Verlust angekündigt. Tesla schließt einen großen Teil seiner Verkaufsräume, baut Stellen ab und erhöhte die Preise um drei Prozent, um das Model 3 wie versprochen zum Basispreis von 35.000 Dollar verkaufen zu können. Doch auch die Produktion ging in den ersten drei Monaten des Jahres zurück: Sie sank um 10,9 Prozent auf 77.100 Autos nach 86.555 im vorangegangen Vierteljahr. Vom Model 3 liefen mit 62.950 Stück etwas mehr vom Band als im Vorquartal.

Konzernchef Musk hat wieder einmal Ärger mit der Börsenaufsicht SEC

Der Tesla-Chef hat sich unterdessen neuen Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Ein Tweet von Musk mit einer neuen Jahresproduktionszahl ohne eine förmliche Veröffentlichung an die Börse war nach Auffassung der Behörde ein Verstoß gegen Auflagen. Diese waren im vergangenen Jahr verhängt worden, weil Musk börsenrelevante Informationen über teils inhaltlich verwirrende Kurznachrichten verbreitete. Musks Anwälte sollen mit der SEC vor Gericht über den Fall verhandeln. (reuters/apa/red)

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