Textilindustrie

Lenzing zielt auf eine Übernahme der Maskenfirma Hygiene Austria

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing will bei der Maskenfirma Hygiene Austria die Kontrolle übernehmen und hat das bei der BWB beantragt. Der Hersteller Palmers soll den Plänen nach mit einem Minderheitsanteil Gesellschafter bleiben.

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing will bei der Maskenfirma Hygiene Austria die Kontrolle übernehmen. Das geht aus einer Zusammenschlussanmeldung bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hervor. Demnach beabsichtigt Lenzing, die alleinige Kontrolle über die Hygiene Austria LP GmbH zu erwerben. Die Palmers Textil Aktiengesellschaft bleibe Minderheitsgesellschafterin. Als erste hatte die "Kronen Zeitung" über die Pläne berichtet. Die BWB hat bis 2. März Zeit für die Prüfung.

Wie ein Sprecher von Hygiene Austria auf APA-Anfrage sagte, werde sich an der Zusammensetzung der Anteile nichts ändern. Der Grund für die Anmeldung bei der BWB sei eine Neufassung des Gesellschaftervertrags mit operativen Änderungen. Lenzing werde weiter 50,1 Prozent und Palmers weiter 49,9 Prozent halten, bestätigte auch ein Sprecher von Lenzing.

Antrag liegt bei BWB zur Prüfung

Lenzing und Palmers hatten die Gemeinschaftsfirma im April 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie gegründet. Neben rund 10 Millionen FFP2-Masken werden monatlich auch noch 10 bis 15 Millionen Mund-Nasen-Schutz-Masken produziert. Die Hygiene Austria LP ist neben Aventrium in Graz einer der größten Hersteller von FFP2-Masken in Österreich. Derzeit läuft die Produktion wegen der verschärften Maskenpflicht auf Hochtouren.

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FFFP2-Masken: Aus Österreich und aus China

FFFP2-Masken werden aber nicht hierzulande produziert, sondern auch importiert, etwa aus China. Wie der Flughafen Graz und der Logistiker Quehenberger mitteilten, brachte eine Boeing 777-200 der russischen Charterairline Nordwind rund 2 Millionen Masken nach Österreich. Es sei dies der erste von zwei Frachtflügen mit FFP2-Masken und Antigen-Schnelltests aus der südchinesischen Stadt Guangzhou für den Medizinprodukte-Händler Diwa Medical gewesen. (apa/red)

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