Lenzing steigt bei tschechischer Biocel ein

Lenzing übernimmt mit 75 Prozent den tschechischen Zellstoffhersteller Biocel und sichert sich so gegen schwankende Zellstoffpreise ab.

Der Verkäufer, die österreichische Heinzel Holding, bleibt weiterhin mit 25 Prozent am Unternehmen beteiligt und wird für den Vertrieb von Papierzellstoff Sorge tragen, teilte Lenzing mit. Die Übernahme steht noch unter Kartellvorbehalt. Der Kaufpreis liege in der Größenordnung des 6 bis 7-fachen EBITDA, so Lenzing. Der Jahresumsatz von Biocel betrug zuletzt rund 114 Millionen Euro In den kommenden drei Jahren plant Lenzing 50 Millionen Euro in den Kapazitätsausbau des Standortes sowie in die Steigerung der Energieeffizienz und für Rückgewinnungsanlagen zu investieren.

Hedging-Strategie

Biocel weist eine Kapazität von rund 280.000 Tonnen Papierzellstoff auf. Das Unternehmen biete mittel- bis langfristig die Möglichkeit, künftig sowohl Papierzellstoff als auch Zellstoff für die Fasererzeugung zu produzieren, heißt es. "Der Kauf ist Teil einer Hedging-Strategie und sichert Lenzing vor den Auswirkungen stark schwankender Zellstoffpreise ab", so Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger. Die bestehende Zellstoff-Versorgungsstruktur der Lenzing Gruppe über das eigene Zellstoffwerk in Lenzing sowie über langfristige Lieferverträge und Zukäufe am Spotmarkt bleibe durch den Kauf von Biocel vorerst unberührt, so der für das Fasergeschäft zuständige Vorstand Friedrich Weninger. (APA/red)

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