Textilindustrie

Lenzing: Keine Kapitalerhöhung für Großprojekt in Brasilien

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing wird für sein geplantes Großprojekt in Brasilien keine Kapitalerhöhung benötigen, betonte Lenzing-Chef Stefan Doboczky. Die endgültige Entscheidung über die Milliardeninvestition soll nächstes Jahr fallen.

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing wird für sein geplantes Großprojekt in Brasilien keine Kapitalerhöhung benötigen, betonte Lenzing-Chef Stefan Doboczky auf der Gewinn-Messe in Wien. Das 1-Mrd.-US-Dollar Megaprojekt werde mit dem Cashflow und dem gemeinsamen brasilianischen Partner gestemmt werden können. Die endgültige Entscheidung darüber werde 2019 fallen. Zum Projekt: Lenzing plant in Brasilien weltweit größtes Werk für Faserzellstoffe >>

Zudem sei im Zusammenhang mit der Finanzierung zu Bedenken, dass das Großprojekt in Tranchen kommen werde, so Doboczky weiter. Für Lenzing-Verhältnisse sei das ein durchaus großes Projekt und werde Schwung für die nächsten zehn Jahre bringen, weil dadurch eine nachhaltige, starke Rohstoffbasis geschaffen werde.

Mit dem brasilianischen Zellstoffwerk, das pro Jahr 450.000 Tonnen Zellstoff produzieren soll, werde Lenzing die mit Abstand günstigsten Zellstoffkosten der Industrie haben. Der brasilianische Partner sei auf diesem Gebiet hoch erfahren.

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Den vorübergehenden Stopp des Ausbaues des US-Werkes in Mobile, Alabama, verteidigte der Lenzing-Chef. Hauptgrund sei der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der zu einer deutlichen Verteuerung von Importzöllen geführt habe. Zudem hätte sich der Ausbau aufgrund der Baukonjunktur in den USA verteuert. "Wir werden mit dem Ausbau wieder starten, wenn sich die konjunkturelle Lage in den USA wieder anders darstellt", sagte Doboczky. Aktuell dazu: Lenzing: Schwerer Rückschlag in den USA >>

Über das laufende Geschäftsjahr 2018 freue er sich mehr als über das Rekordjahr 2017, meinte der Lenzing-Chef. Heuer sei der Druck aus dem Marktumfeld deutlich größer, einige chinesische Konkurrenten hätten bereits zusperren müssen, das Geschäft sei sehr volatil verlaufen. "Man muss das dahinterliegende Geschäft verstehen. Wir sind dermaßen erfolgreich in diesem Marktumfeld", so Doboczky. Derzeit diskutiere man, ob es das viert- oder fünftbeste Geschäftsjahr werde. Das Ergebnis werde dennoch ausgezeichnet sein, die Bilanz sei hoch solide und die Eigenkapitalquote liege bei 60 Prozent. (apa/red)

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