Erdgas

Leitung für Nord Stream 2: Eugal transportiert erstes Gas

Durch die Europäische Anbindungsleitung Eugal strömt das erste Erdgas. Die Pipeline soll eigentlich Gas aus der russischen Röhre Nord Stream 2 weiterleiten, doch die Fertigstellung dieses Großprojekts verzögert sich.

Durch die Europäische Gas-Anbindungsleitung Eugal strömt das erste Gas. Diese Woche startete planmäßig der kommerzielle Betrieb des ersten Stranges, wie der deutsche Fernleitungsnetzbetreiber Gascade mitteilte.

Die 480 Kilometer lange Eugal-Leitung verbindet die Erdgasempfangsstation in Lubmin bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) mit der Gasdruckregel- und Gasmessanlage in Deutschneudorf (Sachsen) nahe der tschechischen Grenze. Die Leitung sollte das Gas eigentlich von Nord Stream 2 erhalten. Da die Pipeline nun aber später fertig wird, kommt das Gas zunächst aus der Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL.

Pro Jahr können nach Unternehmensangaben bis zu 30,9 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas transportiert werden. Nach der Fertigstellung des zweiten Eugal-Stranges soll ab Jänner 2021 die volle Kapazität der Leitung von bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich erreicht werden. Das gesamte Projekt kostet laut Gascade knapp drei Milliarden Euro.

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Für den ersten Strang wurden nach Unternehmensangaben in knapp eineinhalb Jahren etwa 27.000 Rohre verbaut. Jedes Rohr ist rund 18 Meter lang und 15 Tonnen schwer. Der Durchmesser der Leitung beträgt 1,40 Meter. Mehr als 2.500 Menschen arbeiteten zu Spitzenzeiten auf der Trasse.

Die Gascade Gastransport GmbH als Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Gazprom betreibt ein deutschlandweites Gasfernleitungsnetz von rund 2.900 Kilometern Länge. (dpa/apa/red)

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