Kunststoffindustrie

Lego setzt auf neue Märkte - Investitionen in China und Indien

Beim dänischen Spielzeuggiganten Lego sind die Zeiten der Zurückhaltung vorbei. Während die Digitalisierung im Kinderzimmer Einzug hält, baut Lego das Geschäft in Schwellenländern aus. Lego ist ein wichtiger Auftraggeber heimischer Maschinenbauer.

Beim dänischen Spielzeuggiganten Lego sind die Zeiten der Zurückhaltung vorbei. Im ersten Halbjahr 2019 hat das Unternehmen wieder kräftig investiert und damit den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent von 14,3 Mrd. auf 14,8 Mrd. dänische Kronen (knapp 2 Mrd. Euro) erhöht.

"Wir investieren in neue Läden in Teilen der Welt, in denen unsere Marke noch nicht so bekannt ist", sagte Lego-Chef Niels B. Christiansen bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. "In diesem Jahr planen wir die Eröffnung von 160 neuen Lego-Filialen, 80 davon in China." Weltweit wolle man damit auf mindestens 590 Läden kommen.

Die Investitionen von insgesamt 2,7 Mrd. Kronen drückten den Gewinn. Der Nettogewinn ging von 3 auf 2,67 Mrd. Kronen zurück. "Angesichts der Veränderungen, denen die globale Spielwarenindustrie immer noch ausgesetzt ist, sind wir mit unserer Leistung zufrieden", sagte Christiansen. Nun sei es an der Zeit, die richtigen Investitionen für ein langfristiges Wachstum zu tätigen.

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Lego hatte nach einer jahrelangen Wachstumsphase 2017 Umsatzeinbrüche verzeichnet. Der Gewinn war in dem Jahr um 17 Prozent gesunken, acht Prozent der Belegschaft mussten gehen. Aktuell dazu:  Lego kehrt in die Gewinnzone zurück >>

Digitalisierung der Kindheit als große Schwierigkeit

Die Baustein-Bauer sind wie andere Spielzeughersteller der digitalen Konkurrenz ausgesetzt und suchen nach Wegen, das kreative Bauen mit der virtuellen Welt zu kombinieren. Seit Kurzem gibt es eine App, mit der interaktiv gespielt werden kann und Geister gejagt werden können. "Wir nutzen digitale Elemente, um das physische Spiel etwas spannender zu machen." Ziel sei es, den Kindern von früh an universelle Fähigkeiten wie Kreativität, Problemlösung, Belastbarkeit und Zusammenarbeit zu vermitteln, damit sie in einer unsicheren Zukunft bestehen können, sagte Lego-Chef Christiansen.

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Ein großer Teil der Investitionen fließe in die Kreativabteilung. "Wir ändern jedes Jahr 60 Prozent unserer Produkte. Wir müssen also extrem innovativ und kreativ in unserer Produktentwicklung sein", so Christiansen. Ein anderer Schwerpunkt sei der Onlinehandel. "Wir rechnen damit, dass sich der E-Commerce in den nächsten fünf Jahren verdoppelt."

In den etablierten Märkten in Nord- und Südamerika sowie Westeuropa sei das Wachstum einstellig gewesen, in Asien hingegen zweistellig. "China ist eine große Chance für uns", erklärte der Lego-Chef. Am Ende des Jahres wolle man mit 140 Läden in 35 Städten vertreten sein. Vor zwei Jahren habe es nur einen Shop gegeben. "Es gibt 143 weitere Millionenstädte in China. Die Reise kann weitergehen."

Auch in Indien, wo 2020 das erste Büro eröffnet werden soll, sieht Lego großes Potenzial. Die wachsende Mittelschicht, die Bedeutung von Bildung und die wachsende Wirtschaft machten Indien zu einem logischen nächsten Schritt in Legos Bestreben, noch mehr Kinder auf der ganzen Welt zu erreichen.

Ein anderer wichtiger Markt ist Christiansen zufolge der Deutschland. "Ich bin sehr glücklich über die Entwicklung des deutschen Marktes in den letzten zwei, drei Jahren." Besonders technische Bausätze verkauften sich gut. (dpa/apa/red)

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