Maschinenbau

Kuka im Visier: Großaktionär Voith wartet konkrete Angebote ab

Hubert Lienhard, Chef des deutschen Technologiekonzerns Voith, plädiert grundsätzlich für Aufgeschlossenheit gegenüber chinesischen Investoren. Doch was Voith mit seiner Beteiligung von 25,1 Prozent am Roboterbauer Kuka macht, sei derzeit völlig offen, so Lienhard. Die chinesische Midea bietet 4,5 Milliarden Euro für mindestens 30 Prozent an Kuka.

Der deutsche Technologiekonzern Voith hält sich sein weiteres Vorgehen im Umgang mit seiner Beteiligung am Roboterhersteller Kuka offen. Zunächst wolle man das angekündigte Angebot des chinesischen Konzerns Midea abwarten, sagte Voith-Chef Hubert Lienhard der Nachrichtenagentur Reuters. Lienhard ist gleichzeitig Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA).

"Warten wir einmal ab, bis ein Angebot vorliegt. Wir werden unsere Alternativen und unser Vorgehen prüfen, sobald das Angebot vorliegt."

Lienhard gegen Einmischungen in den freien Markt - Ausstieg von Voith möglich

Lienhard sprach sich generell für Offenheit gegenüber chinesischen Investitionen in Deutschland aus. "Auch für diesen Einzelfall gilt, was ich als APA-Vorsitzender generell sagen würde: Ich kann nicht das Prinzip einer freien Marktwirtschaft erklären und dann im Einzelfall sagen: Nun halte ich mich nicht daran, weil ich persönlich betroffen bin. Das geht nicht." Voith hat derzeit eine Sperrminorität von 25,1 Prozent an Kuka.

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Kuka gilt als Aushängeschild deutscher Robotertechnik. Midea hatte zuletzt ein Angebot von bis zu 4,5 Mrd. Euro angekündigt - das wäre die größte Übernahme von Chinesen in Deutschland. Midea hält bereits 13,5 Prozent an Kuka und strebt einen Anteil von mindestens 30 Prozent an.

(APA/Reuters/red)

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