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KTM-Chef Pierer: "Wir sind great again"

KTM Industries hat nach dem 16. Sieg in Folge bei der Rally Dakar nun zum 6. Mal in Reihe eine Rekordbilanz gelegt. Dessen Chef Stefan Pierer spricht bei der Vorstellung aktueller Zahlen über Trump und die heimische Politik und warum er BMW dankbar ist.

In Anspielung auf mögliche Schutzzölle durch den neuen US-Präsident Donald Trump meinte KTM Industries-Chef Stefan Pierer: "Wir haben den amerikanischen Hut auf. Wir sind great again." Wobei Pierer bei der Bilanzpressekonferenz in Linz in punkto Schlagfertigkeit Trump nicht nachstand. "Ich gehe nicht aus Österreich weg, da schicke ich vorher die Politiker weg", meinte er. Und zur aktuellen Neuwahldiskussion hielt er fest: "Entweder sie schaffen es, oder sie sollen aufhören."

Gar nicht erst anfangen sollten die Sozialpartner, die Pierer entbehrlich findet: "Wir zahlen 1,4 Millionen Euro an Kammerumlage. Brauchen tu ich von denen gar nichts", betonte er. Selbst hat Pierer keine politischen Ambitionen. "Ich bin 38 Jahre glücklich verheiratet und habe meiner Frau geschworen, dass ich nie in die Politik gehe", meinte Pierer, der auch Vizepräsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich ist.

Elektromobilität als Zukunft

Zur Zukunft seines Konzerns meinte er, dass die Elektromobilität eine "fundamentale" Rolle spielen werde. Allerdings gebe es bei den Margen noch Verbesserungsbedarf. "Bis dato geht die Marge zum Batteriehersteller. Das ist ungefähr das Tesla-Modell - je mehr man verkauft, desto weniger verdient man."

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Und wer motiviert arbeitet, sollte auch gut verdienen, meinte Pierer heute in Richtung Mindestlohn. Doch leider bleibe in Österreich vom Brutto viel zu wenig Netto über. Daher würden gute Uniabsolventen ins Ausland gehen - und die Gefahr sei hoch, dass sie nicht mehr zurück kommen. Obendrein habe ein "sozialistisches Bildungssystem" die Lehre ausgedünnt.

Fachkräfte dringend gesucht

In der "Industrieecke" von Braunau bis Salzburg gebe es bereits Vollbeschäftigung. "Uns gehen die Fachkräfte aus", so Pierer. Insbesondere im Bereich Elektronik und IT fehlten die Beschäftigten.

Trotz all der Probleme blickt Pierer aber auf ein Rekordjahr zurück und ist optimistisch für das heurige Jahr. Alle operativen Bereiche hätten 2016 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert.

Das operative Ergebnis von KTM Industries legte um acht Prozent auf 122 Mio. Euro zu, erstmals wurden im Vorjahr über 200.000 Motorräder verkauft. Die Mitarbeiterzahl stieg um 516 auf 5.069 Beschäftigte, 440 davon arbeiten in den USA.

Die Erlöse wuchsen 2016 um zehn Prozent auf 1,34 Mrd. Euro und der Nettogewinn um 29 Prozent auf 84 Mio. Euro. Die Investitionen erhöhte die frühere Cross Holding um acht Prozent auf 144 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank durch eine starke Bilanzsummen-Ausweitung im Jahresabstand auf 32,4 (32,8) Prozent, absolut wuchs das Eigenkapital aber um 16 Prozent auf 450 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung konnte um 6 Prozent auf 365 Mio. Euro zurückgefahren werden, das Gearing verringerte sich auf 81 (100) Prozent.

Sehr erfreut zeigte sich Pierer über die Entwicklung von Husqvarna, die defizitär von BMW übernommen wurde. "Ich bin BMW heute noch dankbar, dass sie das Verlustgeschäft abgegeben haben", lächelte er. (apa)