Bergbau

K+S gibt seine Ziele auf - trotz guter Zahlen

Düngemittelhersteller K+S hat sein Ergebnis im zweiten Quartal nahezu verdoppelt. Vorstandschef Burkhard Lohr verkündet trotzdem den Abschied von den geplanten Ergebniszielen des Unternehmens für die kommenden Jahre.

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Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat sein Ergebnis im zweiten Quartal nahezu verdoppelt. Der operative Gewinn (Ebit I) kletterte auf 29 Mio. Euro nach 15 Mio. vor Jahresfrist, wie das Kasseler Unternehmen mitteilt. Analysten hatten im Schnitt mit gut 31 Mio. Euro etwas mehr erwartet. Der Umsatz stieg um 1,4 Prozent auf 742 Mio. Euro.

Quartalsergebnis nahezu verdoppelt

Den Ergebnisanstieg hat K+S vor allem einer Erholung im Düngemittelgeschäft zu verdanken. Das hatte über längere Zeit unter Produktionseinschränkungen am wichtigsten Kali-Werk Werra gelitten, da dem Unternehmen nicht genug Entsorgungsmöglichkeiten für Abwässer zur Verfügung standen. Daneben hatten den Nordhessen niedrigere Preise zugesetzt, weshalb das Ergebnis im ersten Quartal noch eingebrochen war.

Vorstandschef Burkhard Lohr zeigte sich zwar zuversichtlich für das Gesamtjahr 2017, kippte aber das Ergebnisziel von K+S für 2020. Das Ziel eines Betriebsgewinns (Ebitda) von rund 1,6 Mrd. Euro bis dahin sei aus heutiger Sicht nicht mehr realistisch. Der Konzern sei dabei von einem Preis für Kaliumchlorid von rund 330 Dollar (279,73 Euro) die Tonne in Brasilien ausgegangen.

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K+S gibt seine Ziele für die kommenden Jahre auf

Zwar zeige der aktuelle Preistrend "in die richtige Richtung", dennoch werde die damalige Vorstellung wahrscheinlich nicht erreicht. "K+S wird aber alles unternehmen, um die daraus entstehende Lücke so gut wie möglich zu schließen", erklärten die Kasseler. Eine neue Gruppenstrategie mit dem Namen "Shaping 2030" soll im Herbst vorgestellt werden.

Für 2017 geht K+S von einem Umsatz zwischen 3,6 und 3,8 (2016: 3,5) Mrd. Euro und einem Ebit I zwischen 260 und 360 (229) Mio. Euro aus. Das Ebitda soll sich auf 560 bis 660 Mio. Euro belaufen. "Wir bleiben für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich und bestätigen unsere Prognose, dass das Ergebnis spürbar steigen wird. Dennoch bleibt 2017 ein Übergangsjahr", sagte Lohr. (reuters/apa/red)