Schiffbau

Kroatiens Werften in Pula und Rijeka weiter in Schwierigkeiten

Die riesigen Werften der kroatischen Gruppe Uljanik in Pula und Rijeka stecken in großen Schwierigkeiten. Das von der Gruppe erwünschte Hilfsprogramm des Staates lehnt die EU aber ab. Auch in Zagreb herrscht Skepsis. Von einer Pleite wäre die gesamte Region betroffen.

Uljanik Schiffbau Kroatien Europäische Union

Kein grünes Licht für die Sanierung des angeschlagenen kroatischen Schiffsbauunternehmens Uljanik: Die EU-Kommission hat das vorgeschlagene Sanierungsprogramm für die Tochterwerft in Pula abgelehnt, berichteten kroatische Medien.

Hilfsplan: Sowohl Brüssel als auch Zagreb haben Vorbehalte

Brüssel ist mit der Höhe der geplanten staatlichen Beihilfe nicht einverstanden, außerdem gibt es Zweifel an der Finanzkraft des strategischen Partners. Der kroatische Wirtschaftsminister Darko Horvat bestätigte die Medienberichte.

Für Zagreb ist die Ablehnung keine Überraschung, ähnliche Bedenken habe auch schon die kroatische Regierung gehabt, hieß es. Die Regierung erwartet nun, dass das Unternehmen das Sanierungsprogramm entsprechend korrigiert. Das ursprüngliche Sanierungsprogramm wurde Ende Juli der EU-Kommission zur Genehmigung vorgelegt.

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Diese Schritte waren eigentlich geplant

In dem abgelehnten Plan war Berichten zufolge vorgesehen, dass der Staat rund 60 Prozent von insgesamt 580 Mio. Euro, die für die Sanierung der Werft in Pula benötigt werden, beisteuert. Die restlichen 40 Prozent sollten auf den ausgewählten strategischen Partner, das kroatische Unternehmen Kermas Energija vom Unternehmer Danko Koncar, entfallen. Nach Ansicht der EU-Kommission sei eine staatliche Beihilfe in dieser Höhe zu hoch, stattdessen müsse der private Partner mehr Geld für die Sanierung investieren.

Die finanziell angeschlagene Uljanik-Gruppe steckt in großen Schwierigkeiten. Wegen Liquiditätsproblemen fehlt in den beiden Tochterwerften in Pula und Rijeka das Material, um die Arbeit an den laufenden Aufträgen fortzusetzen.

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Nachdem bereits Aufträge für neue Schiffe gekündigt wurden, drohen weitere Stornierungen. Auch die Löhne für die rund 4.500 Beschäftigte sind nach wie vor nicht gesichert - während unter Vermittlung der Regierung das Geld für Juli und August aufgetrieben wurde, ist es laut Medien noch offen, woher das Geld für die September-Löhne kommen soll. (APA/red)