Insolvenz

Kremsmüller: Sanierungsplan nach nur 14 Monaten abgeschlossen

Die größte Insolvenz des Standorts Oberösterreich des Jahres 2020 findet vorzeitig ein Ende. Wie Kremsmüller die Insolvenz in Rekordzeit hinter sich ließ.

Im vergangenen Jahr kam es zur größten Insolvenz Oberösterreichs des Jahres 2020. Nach der Kremsmüller Industrieanlagenbau KG ist auch die Kremsmüller Industrieservice KG, die als interner Dienstleister für das Familienunternehmen mit Sitz in Steinhaus bei Wels fungiert, insolvent. Betroffen waren rund 600 Mitarbeiter, beim Industrieanlagenbau ebenso viele.

Rund 1.900 Gläubigerforderungen in der Höhe von 116,5 Mio. Euro wurden zum Sanierungsverfahren für den Anlagenbau angemeldet. Die Forderungen der 580 Lieferantengläubiger belaufen sich auf ca. 110,5 Mio. Euro. "Unter Abzug von Haftungs- und Rückstehungserklärungen ist letztlich mit quotenberechtigten Forderungen in der Höhe von rund 75 Millionen Euro zu rechnen. Das Sanierungskonzept sieht rund 19 Millionen Euro für die Ausschüttung an die betroffenen Gläubiger vor", informierte der Kreditschutzverband.

Hintergrund der beiden Insolvenzen ist ein aus dem Ruder gelaufener Auftrag. Dabei ging es um eine Klärschlamm-Trocknungsanlage für die Wien Energie. Das ursprüngliche Volumen von 22 Mio. Euro drohte sich auf 60 bis 65 Mio. Euro auszuweiten. Nach Auflösung der Verträge haben sich die positiven Zukunftsprognosen trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie bestätigt. Die betroffenen Gläubiger dürfen in den nächsten Tagen mit dem Eingang der Quotenzahlungen rechnen.

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Die Gläubiger der Kremsmüller Industrieanlagenbau GmbH haben am 15.10.2020 beim Landesgericht Wels den 25 %-igen Sanierungsplan angenommen. Die Quoten werden nun schon vor der Fälligkeit an die Gläubiger ausgeschüttet.

Der Vorschlag sah einen zweijährigen Erfüllungszeitraum wie folgt vor: 25 %, zahlbar 10 % binnen 14 Tagen ab Annahme und weitere 7,5 % bis zum 15.10.2021 und 7,5 % bis 15.10.2022.  Die beiden letzten Teilquoten von je 7,5 % werden in den nächsten Tagen im Rahmen einer Einmalquote von 15 % von der Schuldnerfirma nun schon vorzeitig an die Gläubiger überwiesen.

Das Insolvenzverfahren der Kremsmüller Industrieanlagen Bau KG wurde am 15.06.2020 eröffnet und in Form eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung abgewickelt. „Es handelte es sich um das größte Insolvenzverfahren des Jahre 2020 in Oberösterreich, das nach nur 14 Monaten erfolgreich abgeschlossen werden kann. Wir freuen uns sehr, dass die Gläubiger schneller zu ihrem Geld kommen“, so Petra Wögerbauer vom KSV1870.


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