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Kremsmüller: "Positives Lebenszeichen" nach überstandener Insolvenz

Der oberösterreichische Familienbetrieb hat das Sanierungsverfahren abgeschlossen. 120 Mitarbeiter mussten gehen. Jetzt meldet Kremsmüller wieder in allen Fachbereichen eine Auslastung von acht Monaten. Miteigentümer Gregor Kremsmüller berichtet von einem "positiven Lebenszeichen".

Nach erfolgreichem Abschluss des Sanierungsverfahrens des insolvent gewordenen Industriemontageunternehmens Kremsmüller im Oktober des Vorjahres hat Miteigentümer Gregor Kremsmüller in einer Pressekonferenz "ein positives Lebenszeichen" für den Familienbetrieb mit Hauptsitz in Steinhaus bei Wels gegeben. In allen Fachbereichen gebe es für 2021 ein Auslastung von acht Monaten. Und Neuaufträge machen einen zweistelligen Millionenbetrag aus.

"Mitarbeiter sind trotz unmoralischer Angebote geblieben"

Die 2020 wegen Corona und Sanierung getroffene Prognose zur Betriebsleistung von rund 160 Mio. Euro sei vom Kernunternehmen Kremsmüller Industrieanlagenbau KG um rund 20 Mio. Euro übertroffen worden. Mit dem zu erwartenden Geschäftsverlauf für die restliche Kremsmüller Gruppe zeigte sich der Miteigentümer "sehr zufrieden". Summa summarum befinde sich das Unternehmen in einer "komfortablen Situation". Zu verdanken habe man dies zum einen dem "enormen Kundenrückhalt", was sich an der Auftragslage zeige, aber vor allem den Mitarbeitern, die während der Sanierung "trotz unmoralischer Angebote" geblieben seien.

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Anzahl der Mitarbeiter um 120 auf etwa 1.700 reduziert

1.700 Mitarbeiter hat die Gruppe derzeit. 120 mussten das Unternehmen im Zuge des Sanierungsverfahrens verlassen. Nur der Bereich Prozesstechnik wurde geschlossen, der fünf Prozent des Umsatzanteils der Gruppe (zuletzt 300 Mio. Euro) ausmachte. Das "Delta zu den 2.400 Mitarbeitern in Spitzenzeiten" erklärte er mit weniger Leasingpersonal, da es im Projektgeschäft noch immer sehr ruhig sei.

Grundsätzlich teilen sich die Geschäftsfelder der Gruppe zu gleichen Anteilen in Dienstleistung und Projektgeschäfte. "Wird weniger investiert, wird mehr repariert", so Kremsmüllers Rechnung.

Sorge bereite ihm die Lehrlingssituation. Wegen Corona sei eine Suche "beinahe unmöglich", meinte er. Die Zusammenarbeit mit den Schulen sei schwierig. Berufsvorbereitung funktioniere offenbar nicht auf Distanz. Dennoch werde man heuer die Schweißakademie ausbauen und die Lehrlingsausbildung modernisieren.

Insolvenz wegen eines Wiener Großauftrags im Sommer 2020

Im Juni 2020 hatten Kremsmüller Industrieanlagenbau KG und Kremsmüller Industrieservice KG als interner Dienstleister Insolvenz angemeldet. Ursache war ein aus dem Ruder gelaufener Auftrag. Dabei ging es um eine Klärschlamm-Trocknungsanlage für die Wien Energie. Das ursprüngliche Volumen von 22 Mio. Euro drohte sich auf 60 bis 65 Mio. Euro auszuweiten. Im Zuge des Sanierungsverfahrens wurde der Vertrag aufgelöst. Mitte Oktober hatten die Gläubiger die 25-prozentigen Sanierungspläne angenommen. (apa/red)

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