Luftfahrtindustrie

Korruptionsverdacht: Airbus gibt Millionenhonorare für Anwälte aus

Der Chef von Airbus schließt schwere Strafen wegen Verdachts auf Korruption und Schmiergeldern nicht aus. Riesige Geldsummen als Honorar für Anwälte verteidigt er.

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Vor dem Hintergrund von Korruptionsverdacht bei Airbus verteidigt Vorstandschef Tom Enders die Zahlung hoher Anwaltshonorare. Enders bestätigte der französischen Tageszeitung "Le Monde", dass diese Vergütungen allein im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro erreichten oder sogar überstiegen. Auf eine entsprechende Frage antwortete er: "Ja, wir werden die Rechnung zu bezahlen haben."

Der eingeschlagene Weg sei richtig. Gerüchte, wonach vom Konzern beauftragte Anwälte einer US-Kanzlei direkt US-Behörden über ihre Erkenntnisse informierten, seien aber frei erfunden.

Enders hatte seine Belegschaft wegen Verdachts auf Korruption und Schmiergelder in Millionenhöhe bereits auf schwere Zeiten eingestimmt. Er schließt eine hohe Strafe nicht aus. Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht seit vergangenem Jahr dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus nach. Auf die Frage von "Le Monde", ob auch die Militärsparte betroffen sei, antwortete Enders: "Die Untersuchung des SFO (Serious Fraud Office) hat mit den kommerziellen Verträgen angefangen, beschränkt sich aber nicht darauf." Details dazu nannte er nicht.

Die Vorwürfe betreffen nach Angaben vom August 2016 Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer "dritten Partei". Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft führt dazu eine Untersuchung. Auf die Frage, ob es auch in den USA eine Untersuchung gebe, sagte Enders: "Nein, nicht dass ich wüsste."

Ermittler untersuchen zudem schon seit längerem die Umstände des Verkaufs von Eurofighter-Kampfjets an Österreich. Enders folgte in dem Interview der bisherigen Konzernlinie, wonach die bisherigen Ermittlungen keine Anhaltspunkte ergaben, die auf Bestechung hindeuten. (dpa/apa/red)