Chemische Industrie

Konzernchef: Prozesse zu Glyphosat schaden Bayer "massiv"

Mit der Megaübernahme des amerikanischen Agrarchemiekonzerns Monsanto hat der deutsche Chemieriese auch den Kampf gegen das umstrittene Produkt "Roundup" und das Pflanzengift Glyphosat geerbt. Die Gerichtsverfahren hinterlassen bereits tiefe Spuren bei Bayer, sagt Konzernchef Baumann.

Die Prozesse um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat kratzen nach den Worten von Konzernchef Werner Baumann am Image von Bayer. "Wir haben zwei Fälle erstinstanzlich verloren. Aufgrund dieser Tatsache ist das Unternehmen ziemlich massiv betroffen, Sie sehen es an unserem Aktienkurs", sagte Baumann auf einer Tagung in Köln.

Baumann: "Sie sehen es an unserem Aktienkurs"

Deutlich werde dies an den Reputationswerten vor allem in Deutschland und Frankreich, weniger in den USA. "Und deshalb sind die Herausforderungen in diesem Bereich mit der Akquisition von Monsanto erheblich gestiegen", sagte der Bayer-Chef. "Es wird viel Politik, viel Stimmung und Meinung gemacht, die vollkommen dem derzeitigen Regulierungsstatus unserer Produkte entgegensteht."

In den USA sieht sich der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern mit mehr als 11.200 Klägern wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup von Monsanto konfrontiert. In zwei Fällen wurde das Unternehmen zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Bayer hat zwar Berufung eingelegt, viele Experten gehen aber bereits von einem teuren Vergleich aus.

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Kürzlich hatte Baumann noch bekräftigt: "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee." Die milliardenschwere Übernahme des Glyphosat-Entwicklers habe Bayer mit "größter Sorgfalt" geprüft. Der Kauf von Monsanto kostete Bayer 63 Mrd. Dollar (55,86 Mrd. Euro). Seit August hat der Konzern gut 31 Mrd. Euro an Börsenwert eingebüßt. (reuters/apa/red)

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