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KMU Forschung Austria: Jeder zweite Betrieb hat nur für vier Wochen Geld

Jeder zweite Mittelständler in Österreich hat nur mehr einen Monat genug finanzielle Rücklagen, so die KMU Forschung Austria. Entsprechend händeringend warten Betriebe auf Auszahlungen aus dem Krisenfonds.

Heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) stehen vor gravierenden finanziellen Engpässen. Viele beklagen durch die Corona-Krise einen vollständigen Einnahmenausfall. Bei jedem zweiten Unternehmen reicht das Geld nur noch für höchstens einen Monat. Zumal die Kosten (Personal, Kreditraten und Zinsen, Mieten, Energie) weiterlaufen.

Große Posten müssen weiter bezahlt werden

Auf diese Zahlen kommt die KMU Forschung Austria nach Auswertungen ihrer Bilanzdatenbank auf Grundlage von rund 85.000 Jahresabschlüssen von KMU für 2017/18. Angenommen wurde bei der Analyse, dass neben den liquiden Mitteln auch bestehende Forderungen der Unternehmen aus Lieferung und Leistung noch kurzfristig vollständig einbringlich sind. Ebenso wurde angenommen, dass die Unternehmen in Folge des Nachfrageausfalls den Waren- oder Materialeinkauf weitgehend stoppen.

Demnach reichen bei rund 53 Prozent der KMU die verfügbaren liquiden Mittel zur Zahlung ihrer Kosten nur für wenige Wochen bis höchstens einen Monat, wenn keine zusätzlichen Liquiditätshilfen oder Zuschüsse in Anspruch genommen werden.

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Thomas Oberholzner: Hilfen "dringend notwendig"

Das zeige auf, wie essenziell in der gegenwärtigen Situation schnelle finanzielle Hilfen der öffentlichen Hand für die kleinen und mittleren Unternehmen seien. Dass nun die ersten Auszahlungen aus den Fonds erfolgen sollen, ist für den Leiter der KMU Forschung Austria, Thomas Oberholzner, "dringend notwendig". (apa/red)

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