Stahlhandel

Klöckner & Co kürzt weiter - ab jetzt im Management

Der von der Branchenkrise getroffene Stahlhändler Klöckner & Co setzt nach der Schließung zahlreicher Standorte nun im Management den Rotstift an. In Europa will der Konzern 20 Millionen Euro sparen und plant auch weitere Stellenstreichungen.

Der von der Branchenkrise getroffene Stahlhändler Klöckner & Co setzt nach der Schließung zahlreicher Standorte nun im Management den Rotstift an. "Die übliche Struktur, dass jede Landesgesellschaft einen CEO und CFO hat, von der wollen wir uns verabschieden", sagte Vorstandschef Gisbert Rühl.

Genaue Zahlen nannte er nicht. "Es wird noch mal spürbar sein. Wir reden nicht von zehn oder 20 Mitarbeitern." Es könnten über 100 sein. Die Stahlbranche mit Schwergewichten wie Thyssenkrupp und Salzgitter dreht wegen der schwächelnden Geschäfte zur Zeit jeden Stein um.

KlöCo wolle auch den Einkauf zentralisieren, kündigte Rühl an. Weitere Maßnahmen würden geprüft und alle bis Ende des Jahres umgesetzt. Insgesamt wolle KlöCo rund 20 Mio. Euro einsparen. Weitere Standortschließungen seien nicht geplant. Wo es sie gab, etwa in Frankreich, würden nun weniger Mitarbeiter benötigt.

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Zahlreiche Standortschließungen

KlöCo hatte zuletzt 16 von über 200 Standorten geschlossen und mehr als 600 der über 9.000 Stellen gestrichen. Ähnliche Programme hatte es schon zuvor gegeben. Die Stahlbranche kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten, Billigimporten aus China und immer schärferen Klimaschutzauflagen.

Nach einem Rekordverlust von 347 Mio. Euro im Vorjahr konnte das Unternehmen dank seines Sparkurses im ersten Quartal 2016 wieder mehr verdienen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um sechs Millionen auf 16 Mio. Euro. Unter dem Strich fuhr KlöCo allerdings noch einen Verlust von 14 Mio. Euro ein - nach einem Fehlbetrag von 21 Mio. vor Jahresfrist.

Im zweiten Quartal will der Konzern wie auch im Gesamtjahr insgesamt schwarze Zahlen schreiben. KlöCo profitiere davon, dass die Preise wieder etwas angezogen seien, sagte Rühl. Zudem mache es sich bezahlt, dass sich der Konzern verstärkt auf höherwertige Produkte konzentriere, bei denen er den Kunden bereits einen Teil der Bearbeitung abnehme. (APA/Reuters/red)