Transport

Klimaerwärmung drückt Verkehr auf der Donau auf den tiefsten Stand seit 1993

Der Klimawandel hinterlässt seine deutlichen Spuren in der heimischen Wirtschaft. Nach lang anhaltenden Problemen im Vorjahr mit der Belieferung von Rohstoffen über die Donau weist jetzt auch der Güterverkehr auf der Donau massive Rückgänge auf.

Verkehr Schifffahrt Donau Klimawandel Standort Österreich

Wegen des heißen Sommers 2018 und des daraus resultierenden Niedrigwassers ist der Güterverkehr auf dem österreichischen Teil der Donau im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken. So wurden 2018 rund 7,2 Millionen Tonnen Güter befördert, das waren 2,4 Mio. Tonnen oder rund ein Viertel weniger als 2017, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor.

Damit ist das Transportaufkommen auf den tiefsten Stand seit 1993 gefallen. Auch die gesamte Transportleistung ist 2018 um 28,4 Prozent auf 7,0 Milliarden Tonnenkilometer gesunken, schreibt die Statistik Austria.

Zum Thema:
Teurer Diesel in Österreich: "Wir haben eine Logistikkrise" >>
Katastrophen 2018: "Jede Region Österreichs war betroffen" >> 
Verbund berichtet über "historisch niedrige Wasserführung" >>

White Paper zum Thema

Besonders deutlich war der Einbruch im zweiten Halbjahr spürbar. Gab es im ersten Quartal 2018 noch ein starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal um 54,1 Prozent zu sehen, ging es bereits im zweiten Quartal im Jahresvergleich um gut ein Fünftel (20,8 Prozent) bergab. Im dritten und vierten Quartal verringerte sich das Transportaufkommen dann drastisch um jeweils rund 50 Prozent.

Grund war das "mehrmonatige Niedrigwasser im trockenen Sommer 2018", heißt es zur Begründung. Auch die durchschnittliche Auslastung je beladen gefahrenem Kilometer ging wegen der niedrigen Wasserstände um 7,8 Prozent zum Vorjahr auf 57,5 Prozent zurück. Weiters ging die Anzahl der beladenen Fahrten von 8.932 auf 7.622 zurück.

Weiters:
Auf die Industrie entfällt der Löwenanteil des Wasserverbrauchs in Österreich >>

Auch in Deutschland haben die niedrigen Wasserstände am Rhein die Binnenschifffahrt 2018 deutlich gebremst und trugen damit zum schwächeren Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres bei. Die Schifffahrt spielt unter anderem eine große Rolle bei der Belieferung der chemischen Industrie, welche wichtige Vorleistungen für die übrige Volkswirtschaft erbringt. (apa/red)

Dazu:
Zu wenig Wasser im Rhein: Weiter Engpässe bei Benzin und Diesel >>
Zu wenig Wasser im Rhein: BASF stoppt Produktion des wichtigen Vorprodukts TDI >>

Verwandte tecfindr-Einträge