Kraftwerke

Kleines Wasserkraftwerk von Andritz sorgt in Kanada für Rekorde

20 Millionen Euro: Für Andritz ist der Bau eines Wasserkraftwerks in Ottawa ein eher kleiner Auftrag. Doch unter dem Betonmantel stecken die vier größten Permanent-Magnet-Generatoren, die jemals weltweit gebaut wurden. Maßgeblich beteiligt war auch die Vorarlberger Firma Hans Künz.

In der kanadischen Hauptstadt Ottawa geht in wenigen Wochen ein neues Wasserkraftwerk der Andritz AG in Betrieb. Auch Know-how der Vorarlberger Firma Hans Künz ist für den Werksbetrieb unverzichtbar. Obwohl die Anlage vergleichsweise klein ist, sorgt sie für einen Rekord.

Mit dem Auftragsvolumen von 20 Mio. Euro für Andritz und einer Leistung von 32 Megawatt (MW) handelt es sich um ein kleines Kraftwerk. Es soll 20.000 Haushalte mit Strom versorgen, im Umkreis entsteht ein neues Stadtviertel.

Größte Turbinen ihrer Art

Für den Weltrekord sorgen die vier Turbinen, die jeweils acht Megawatt leisten. Sie sind im Einzelnen die größten Permanent-Magnet-Generatoren (ECOBulbTM-Turbinen), die weltweit jemals gebaut wurden. Das berichtete Pierre Duflon, Manager für kompakte Wasserkraftwerke bei Andritz Hydro dieser Tage in Kanada, als eine österreichische Delegation rund um Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) einen Lokalaugenschein auf der Baustelle am Programm hatte.

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Die Vorarlberger Firma Künz war für die Anlage am Ottawa-Fluss in der Stadt Ottawa nötig, weil sie als einzige Firma eine extragroße Rechenreinigungsmaschine installieren konnte. Der lange Arm des Rechens misst 17 Meter.

Entwicklung begann mit einer Anlage von 300 Kilowatt in Österreich

Langsam aber stetig habe man diese Art der Permanent-Magnet-Generatoren weiterentwickelt, sagt Duflon im Gespräch mit der APA. Begonnen habe es mit einer 300 Kilowattanlage in Österreich. Dann folgten weitere dieser Spezialgeneratoren mit 1 MW in Italien und 4 MW in Kanada. "Nun ist bereits eine weitere mit 10 MW in Kanada in Ontario geplant", so Duflon. Die Rekord-Kompaktanlage in Ottawa, die spätestens im Juni laufen soll, wird also bald nochmals getoppt.

Die Anlage entsteht direkt im Stadtgebiet von Ottawa am Ottawa-Fluss an den Chaudier-Fällen. Der Standort birgt Herausforderungen wie eine geforderte ästhetische Gestaltung, die sich ans städtische Bild einfügen soll. Bis vor wenigen Jahren wurde die Wasserkraft an dieser Stelle für ein Holzwerk verwendet.

Der Auftrag wurde 2014 von der Caudiere Hydro LP vergeben, die im Eigentum der Hydro Ottawa steht. Die Anlage soll allerspätestens im Mai in Betrieb gehen. (apa/red)

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