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KGB-Methoden im Übernahmekampf um deutschen Pharmakonzern Stada

Der Vorstandschef des von Finanzinvestoren umworbenen deutschen Pharmakonzerns Stada, Matthias Wiedenfels, wurde laut einem Medienbericht abgehört, bespitzelt und bekam vertrauliche Fotos von sich zugeschickt.

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Der Vorstandschef des von Finanzinvestoren umworbenen deutschen Pharmakonzerns Stada, Matthias Wiedenfels, wurde laut einem Medienbericht abgehört. Im zweiten Halbjahr 2016 sei er über einen Apparat in seinem Dienstwagen bespitzelt worden, berichtete das "Manager Magazin".

Zudem seien Wiedenfels anonym Fotos und Briefe geschickt worden, die den 43-jährigen in vertraulichen Geschäftssituationen und im privaten Umfeld zeigten. Stada habe Sicherheitsleute und Behörden eingeschaltet, woraufhin die Spähaktionen aufgehört hätten. Weder das Unternehmen noch die Staatsanwaltschaft Frankfurt wollte sich zu dem Bericht äußern.

Stada steht seit Wochen im Zentrum eines Übernahmekampfs. Derzeit buhlen zwei Bietergruppen aus den Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven um den MDax-Konzern. Die Verhandlungen ziehen sich aber in die Länge.

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Erst zuletzt hatte Stada Gespräche abgebrochen und verschoben, um einen höheren Kaufpreis zu erzielen. Auch die Bilanzvorlage wurde für 2016 vertagt. Die Konsortien bieten laut Medienberichten je rund 58 Euro pro Aktie, was einem Kaufpreis von 3,6 Mrd. Euro entspräche.

Wiedenfels steht seit Anfang Juni vergangenen Jahres an der Spitze von Stada, nachdem Vorgänger Hartmut Retzlaff ausgeschieden war. Den letzten unabhängigen Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) in Deutschland umschwirren viele Finanzinvestoren schon länger. (dpa/apa/red)

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