Agrana

Keine Zahlen zum Zuckerfabrik-Deal in Rumänien

Lemarco produziert bedarfsorientiert für andere Zuckerhersteller, der Verkaufspreis ist laut Lemarco-Chef noch nicht fixiert.

Nahrungsmittelindustrie Lemarco Agrana

Der heimische Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana will vorerst keine konkreten Zahlen zur Übernahme des rumänischen Zuckerherstellers Lemarco mit seinen zwei Standorte in Urziceni und Liesti nennen. "Wir kaufen nur die Anlagen, nicht das Unternehmen", sagte Agrana-Sprecher Hannes Haider zur APA. Lemarco habe bisher bedarfsorientiert für andere Zuckerproduzenten, darunter Agrana, produziert.

Bei der heute veröffentlichten Transaktion handle es sich erst um ein "prinzipielles Abkommen", Details inklusive Kaufpreis, würden noch nicht feststehen, sagte Lemarco-Chef Dan Popovici am Mittwoch auf APA-Anfrage in Rumänien. Laut Branchenkreisen war auch der französische Zuckerproduzent Tereos an den Lemarco-Zuckerfabriken interessiert. Laut Agrana wurde ein "Letter of intent" mit Lemarco unterzeichnet, die Genehmigung der Wettbewerbshüter steht noch aus.

Die rumänische Lemarco-Gruppe - mit offiziellem Firmensitz in den USA - befand sich in den letzten Jahren immer wieder wegen Steuerproblemen in den Schlagzeilen. Seit 2012 wird unter anderem wegen angeblichen Umsatzsteuer-Betrügereien von insgesamt 40 MIllionen Euro jährlich ermittelt. Lemarco soll laut Medienberichten mithilfe eines Parlamentariers und mehrerer Finanzbeamten durch angebliche Exporte allein in den Jahren 2010 und 2012 nicht rechtskonforme Mehrwertsteuer-Rückzahlungen in Höhe von 59 MIllionen Lei - zum damaligen Wechselkurs etwa 14 MIllionen Euro - erhalten haben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. (APA)