Industriekonjunktur

Keine Stornowelle in der deutschen Industrie wegen Corona

Bei der Industrie in Deutschland sinkt der Auftragsbestand, aber langsamer als erwartet. Im April hat sich die Reichweite des Auftragsbestandes gegenüber dem Vormonat sogar leicht erhöht.

Industriekonjuktur Deutschland Coronakrise Statistisches Bundesamt

Die erwartete Stornierungswelle als Folge der Coronarezession ist der deutschen Industrie bisher erspart geblieben. Ihre Auftragsbestand fiel im April saison- und kalenderbereinigt um 1,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dabei schmolz der Bestand aus dem Inland um 1,2 Prozent, der aus dem Ausland um 1,0 Prozent.

"Die starken Rückgänge der Auftragseingänge im April 2020 in Folge der Coronapandemie hatten damit nur moderate Auswirkungen", fassten die Statistiker zusammen. "Insbesondere zeigen die Daten an, dass die Industriebetriebe insgesamt keine außergewöhnlich umfangreichen Auftragsstornierungen registriert haben."

Die Reichweite des Auftragsbestandes erhöhte sich sogar leicht auf 5,9 Monate, nachdem es im März noch 5,8 Monate waren. Diese Zahl gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandene Nachfrage abzuarbeiten.

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Im April sammelte die deutsche Industrie 25,8 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat - einen so starken Einbruch hat es seit Beginn dieser Statistik 1991 noch nicht gegeben. Besonders die Autobranche leidet schwer unter den Folgen der Coronapandemie. (reuters/apa/red)