Energiewirtschaft

Keine Energiewende ohne Energiespeicher

Ohne Speicher könne die Energiewende nicht gelingen, ist Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber überzeugt. Dabei sei vor allem das Thema der Regulierung entscheidend.

"Eine Energiewende wird ohne Speicher nicht gelingen", entscheidend dafür werde aber die Regulierung sein, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. "Wenn wir das falsch machen, dann droht uns, dass die Speicherthematik ein Fördersystem der Sonderklasse wird." Wenn man die Regulierung falsch umsetze, werde man keine Effizienzgewinne haben. Daher plädiere der Verbund heute schon, dass die Energiespeicher "auch wettbewerbsorientiert im Markt stehen".

Dabei gehe es nicht um die Rivalität zwischen den einzelnen Speichertechnologien, sagte Anzengruber, also nicht, ob Pumpspeicher am besten sind oder Batteriespeicher oder chemische Speicher (Power to Gas). "Ich glaube, wir brauchen alles." Bisher seien die Pumpspeicher die einzigen effizienten Speichertechnologien gewesen, und diese werde man auch weiter brauchen, sagte der Verbund-Chef. Aber man werde nicht den ganzen Speicherbedarf allein mit Pumpspeichern decken können. Der Verbund habe sich daher entschieden, auch das Thema Batteriespeicher massiv anzugehen, sagte Anzengruber, "in der Megawatt-Klasse, also zwei, drei bis zehn Megawatt".

Das Thema Regulierung wird auch nach Ansicht von Werner Süss vom deutschen Batterien-Entwickler Enesto GmbH entscheidend sein. "Das ist ein New Kid on the Block und sie haben eine Chance für einen konsistenten neuen Rechtsrahmen." In Deutschland habe man die Regulierung "aus irgendwas heraus entwickelt, und es führt zu wunderbaren Konsequenzen: Ein Speicher ist in Deutschland ein Netzverbraucher und Erzeuger zugleich." Das habe dazu geführt, "dass wir 30, 40 Prozent Mehrkosten haben, weil die Regulierung glaubt, und die Übertragungsnetzbetreiber, dass man das besonders intensiv und sicher machen müsste". Weil die Netzbetreiber die Speicherkosten nicht als Kosten erstattet bekämen, würden sie auch keine bauen, erklärte Süss. Andererseits müsse man pro MW Speicher einen Baukostenzuschuss von 60.000 Euro bezahlen - "das Ding ist netzdienlich, hallo, wir stabilisieren das Netz und beschädigen es nicht."

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"Wir dürfen uns auf eine Dynamik einstellen, die größer ist, als wir das heute einschätzen", ist der Generalsekretär des World Energy Council, Christoph Frei, vom Siegeszug der Speichertechnologien überzeugt. Das sei nicht nur eine reine Marktfrage, deswegen habe man auch das Solar-Wachstum bisher systematisch unterschätzt. "Es war nicht die Preiseffizienz, die Solar schneller gemacht hat, es waren all die anderen Treiber", etwa die soziale Akzeptanz und Begeisterung für die Solarenergie und der Elektrifizierungsbedarf im ländlichen Gebieten, vor allem in Afrika südlich der Sahara und in Südostasien.

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