Serie ec austria

Kauf dich glücklich

Mit dem Komplexitätsgrad der IT wächst auch das Angebot. Doch Standardlösungen sind nicht immer die beste Alternative.

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Wer sich heute Gedanken über die Zukunft seiner IT macht, der sollte das gründlich tun. Denn die Informationstechnologie wird immer komplexer, man sollte sich also genau überlegen, wo man seine knappen Ressourcen investieren möchte. Und das Angebot ist heute viel breiter als noch vor wenigen Jahren – angefangen bei Diensten aus der Public Cloud über Angebote lokaler Dienstleister bis zum Offshoring.

„Aber diese Auswahl macht es dem Kunden leichter, das richtige Angebot zu finden“, sagt Rainer Kalkbrener vom IT-Dienstleister ACP. Seit die Cloud zu einer ernsthaften Alternative geworden ist, überlegen heimische Unternehmen, wie sie ihre IT-Wertschöpfungskette neu strukturieren. „Egal ob Managed Service oder Cloud, beides deckt im Grunde beim Kunden die gleichen Bedürfnisse ab“, so Kalkbrener, „geklärt werden müssen aber sensible Details.“

Überraschende Befunde

Ist der Preis entscheidend, dann ist ein Angebot aus der Public Cloud wohl kaum zu schlagen. Wer einen flexiblen und innovationsbereiten Partner auf Augenhöhe benötigt, wird mit der hochstandardisierter IT aus der Steckdose aber kaum glücklich werden. Kalkbrener rät, IT-Investitionen heute nicht isoliert zu tätigen: „Die Technologie hat sich in den vergangenen Jahren derart weiterentwickelt. Wenn unsere Kunden ihre Gesamtsituation analysieren, kommen sie hinsichtlich ihrer IT-Strategie, insbesondere ihrer Sourcing-Strategie, zu teils sehr überraschenden Ergebnissen.“

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Selbstverständliches

Seit über zehn Jahren ist die IP-Telefonie schon in aller Munde – zumindest in derer Munde, die sie ihren Businesskunden verkaufen wollten. „Aber so recht gegriffen hat es nicht“, meint Claus Haiden von T-Systems. Und das hatte nicht nur damit zu tun, dass sich die Anbieter traditioneller Telefonanlagen mit ihren auf Langzeitwartung basierenden Geschäftsmodellen in unstürmbaren Bastionen verschanzt hatten. „Für die IP-Telefonie braucht man zusätzliche Bandbreite – und da hat den Kunden einfach der Mehrwert dieser Investition gefehlt.“

Nun stehen nicht nur die Bandbreiten kostengünstig zur Verfügung, mittlerweile sind auch neue Kommunikationsformen bei den Nutzern angekommen. Damit hat sich der Wind gedreht und es gibt diesen Mehrwert.  „Allen Unkenrufen zum Trotz bewahrheitet sich die Prognose, dass Unified Communications (UC) im Unternehmen die E-Mail ablöst“, sagt Haiden. Während die E-Mail sozusagen die Bedeutung einer amtlichen Nachricht erhält, läuft die alltägliche Kommunikation zunehmend über andere Kanäle – und nimmt dabei in Stil und Länge die Form von SMS-Botschaften an.

Nicht nur die jungen Mitarbeiter nutzen die neuen Kommunikationsmittel, durch den Smartphone-Boom sind mittlerweile praktisch alle mit ihnen vertraut. „Heute muss niemand mehr fürchten, dass er eine UC-Lösung im Unternehmen einführt und sie wird einfach nicht genützt. Es ist nicht einmal eine Einschulung nötig – die Nutzung erfolgt mittlerweile ganz selbstverständlich.“

Smarte Nummern

Bald wird wohl auch die one smart star number – oder kurz und prägnant die Sternnummer – ganz selbstverständlich genutzt werden. Der israelische Anbieter agiert erst seit kurzem am österreichischen Markt und hat schon einige namhafte Unternehmen für sein Produkt gewinnen können. So hat sich die Unicredit bereits die Tastenkombination *2265 gesichert. Gibt man diese am Mobiltelefon ein, dann nicht die Zahlenfolge, sondern die leicht merkbare Kombination *Bank. Dabei muss ein Buchstabe nicht wie bei einer SMS mehrfach angetippt werden, das einmalige Wählen der 2 steht sowohl für das B wie das A.

„E funktioniert also wie die aus US-amerikanischen Filmen bekannten Vanity-Nummern, wo man etwa mit der Kombination 1-800-Mercedes seinen lokalen Autohändler erreicht“, erklärt Markus Bucher, Geschäftsführer von atms. Und wie eine 0800-Nummer sind auch die neuen Sternnummern für den Anrufer kostenfrei. Die Nummern müssen mit einem Konzept bei der Regulierungsbehörde RTR beantragt werden, Interessenten können dabei die Beratung von atms in Anspruch nehmen. „Der Antrag wird normalerweise in einer Woche bearbeitet.

Die Behörde will vor allem verhindern, dass sich Glücksritter interessante Kombinationen sichern und sie dann später teuer weiterverkaufen. Das ist ja  aus dem Internet – als Domaingrabbing – sattsam bekannt.“ Neben der Unicredit haben schon andere Unternehmen zugeschlagen, unter anderem wurden bereits *Uniqa, *Post und *oe3 vergeben. „Das Konzept der Sternnummern ist umfassender als das der 0800“, sagt Buchner, „es erfasst alle denkbaren Kommunikationskanäle. In Zukunft wird man auch auf einen Brief statt einer Adresse *Uniqa schreiben können.“

Vom Papier zum Inhalt

Der traditionelle Druckerhersteller Konica Minolta  hat seine Angebotspalette beständig weiterentwickelt. Zunächst war eine dezentrale Drucker-Landschaft Standard. Die wurde von einer unternehmensweiten Drucker-Infrastruktur abgelöst, auf deren Basis wiederum das Managed Print Service als Teil-Outsourcing entstand. „Die aktuelle Entwicklung weist vom Druckmanagement zum Dokumentenmanagement und darüberhinaus zum Contentmanagement“, sagt Johannes Bischof, Geschäftsführer Konica Minolta.

Stand für Konica Minolta also zunächst das ausgedruckte Dokument im Vordergrund, rückte dann das Dokument an sich, egal ob in Papier- oder elektronischer Form in den Blickpunkt. Und heute geht es um den Content, also den Inhalt der Dokumente. „Dieser Inhalt sollte idealerweise mit einer unternehmensweiten elektronischen Suche nach dem Vorbild von Google aufzufinden zu sein“, erklärt Bischof, „diese Fragestellung brennt den Mittelständlern richtig unter den Fingernägeln. Und wir haben die Lösung.“

Nach einer Studie, die Konica Minolta mit IDC durchgeführt hat, beschäftigen sich 63 Prozent der heimischen Mittelständler mit dieser Problematik. 49 Prozent der Unternehmen wollen in den Dokumenten-Workflow investieren, davon will sich die Hälfte zunächst auf den Dokumenteneingang konzentrieren. Vor allem die Eingangsrechnungen sollen elektronisch erfasst und weiterverarbeitet werden. Christian Stemberger

Diese Artikelserie entsteht in Kooperation mit der Plattform economyaustria.at