Nutzfahrzeugindustrie

Kartell der Lkw-Hersteller: Klagen auf Schadenersatz häufen sich

Vergangenen Sommer wurden vier große Lkw-Hersteller von der EU-Kommission zu einer Milliardenstrafe verurteilt. Jahrelang haben Daimler, MAN, Volvo/Renault, Iveco und DAF untereinander die Preise abgesprochen. Jetzt häufen sich in Deutschland Schadenersatzklagen.

Gegen die am Lkw-Kartell beteiligten Hersteller häufen sich die Schadenersatzforderungen. Derzeit lägen 24 Klagen vor, zum Jahreswechsel seien es noch sechs gewesen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart der "Automobilwoche". Unter den Klägern seien kleine wie große Speditionen, aber auch Kommunen.

Das Land Berlin habe eine Klage mit einem Streitwert von rund 1,2 Mio. Euro eingereicht, die Stadt Dortmund mache einen Schaden von 150.000 Euro geltend.

Die Klagen richteten sich dem Bericht zufolge gegen Daimler, teilweise aber auch gegen MAN und Iveco. Wegen möglicher Verjährungsfristen sei nicht ausgeschlossen, dass es im Laufe des Jahres zu einer weiteren Klagewelle komme, berichtete die "Automobilwoche" weiter. Das Gericht rechne wegen der Komplexität des Themas erst für die zweite Jahreshälfte mit ersten Prozessen.

Die Lkw-Hersteller Daimler, MAN, Volvo/Renault sowie Iveco und DAF hatten jahrelang Preise untereinander abgesprochen und Mehrkosten im Zusammenhang mit der Einhaltung strengerer Emissionsvorschriften in abgestimmter Form an ihre Kunden weitergegeben.

Die EU-Kommission brummte vier Herstellern im vergangenen Sommer eine Geldstrafe von knapp drei Milliarden Euro auf; nur die VW-Tochter MAN blieb in dem Wettbewerbsverfahren als Kronzeuge verschont. (afp/apa/red)