Stahlindustrie

Kartell bei Flachstahl: Prozess in Deutschland kurz vor Abschluss

Der Prozess um mögliche Preisabsprachen bei Flachstahl nähert sich dem Ende. Derzeit verhandeln Behörden und Stahlkonzerne in Deutschland die Höhe der Geldstrafen. Vor einem Jahr bestätigten Arcelormittal und Salzgitter Durchsuchungen ihrer Firmen.

Das deutsche Kartellverfahren gegen Stahlkocher wegen mutmaßlicher Preisabsprachen geht einem Medienbericht zufolge auf die Zielgerade. Das Bundeskartellamt führe derzeit sogenannte Settlement-Gespräche mit einem Teil der beschuldigten Unternehmen, berichtete der "Spiegel".

Dabei soll eine Einigung über die Höhe der verhängten Geldstrafen erzielt werden. Dem Bericht zufolge könnten Bußgelder zwischen 300 und 500 Millionen Euro fällig werden. Ein Sprecher der Behörde wollte das mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren.

Durchsuchungen bei Arcelormittal und Salzgitter 2017

Die deutsche Stahlbranche steht unter dem Verdacht wettbewerbswidriger Preisabsprachen. Ende August des vergangenen Jahres ließ das Bundeskartellamt mehrere Stahlunternehmen und Privatwohnungen durchsuchen.

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Dabei ging es um mögliche Preisabsprachen im Bereich Flachstahl. Namen nennt die Behörde bis zum Abschluss des Verfahrens nicht. Damals bestätigten aber die Stahlkonzerne Salzgitter und ArcelorMittal die Durchsuchungen im eigenen Haus.

Massiver Preisdruck aus China

Deutschlands Stahlunternehmen stehen seit Jahren unter massivem Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten vor allem aus China. Immer wieder geht das Bundeskartellamt vor diesem Hintergrund dem Verdacht illegaler Preisabsprachen nach. (dpa/apa/red)