Verkehrstechnik

Kapsch testet neuartige Signalsteuerung in Malaga

Der Wiener Mautsystemanbieter Kapsch Trafficcom hat mit der spanischen Stadt Malaga eine Zusammenarbeit bei neuartigen Signalsystemen vereinbart. Getestet werden digitale Systeme, die Autolenker und ihre gefahrenen Routen steuern sollen.

Die Kooperationsvereinbarung mit Kapsch Trafficcom (Kapsch) macht Málaga zur ersten Stadt in Europa, die diese neuartige dynamische Signalsteuerung und Verkehrsoptimierung in Echtzeit zur Verbesserung der städtischen Mobilität erprobt.

Mit einer Laufzeit von zwei Jahren und der Möglichkeit von zwei jährlichen Verlängerungen werden die Pionierprojekte weitere in anderen europäischen Städten durchgeführte Tests ergänzen. "Es ist sehr erfreulich für Málaga die erste Stadt in Europa zu sein, die ein Projekt dieser Größenordnung realisiert. Die Technologie wird den städtischen Verkehr zum Wohle der Lebensqualität unserer Bürger optimieren, so dass sie unterwegs weniger Zeit im Auto verbringen müssen", sagte José Del Río, der Mobilitätsrat von Málaga. "Zudem stärkt dieses Projekt die Position Málagas als städtisches Versuchszentrum für die Erprobung technologischer Initiativen."

"Dynamisches Signalisierungssystem": So soll es funktionieren

Das Hauptziel des Projekts zum Nachfragemanagement besteht darin, den Fahrzeugnutzern alternative Routen anzubieten und dadurch die Verkehrssättigung in Spitzenzeiten oder bei unvorhergesehenen Ereignissen zu reduzieren. Durch ein dynamisches Signalisierungssystem mit Wechselverkehrszeichen und einer neuen, von Kapsch entwickelten App für „virtuelle Wechselverkehrszeichen“ wird dem Fahrer die am besten geeignete Route angezeigt und per Audio abgespielt, sobald das Fahrzeug in die Nähe eines Entscheidungspunktes kommt.

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Das System nutzt Informationen des Ampelsystems zur Berechnung und Entscheidungsfindung, um in jeder Situation dynamisch die am besten geeignete Route auszuwählen. Die Entwicklung des Kapazitätsmanagements ermöglicht zusätzlich den Einsatz einer Verkehrsoptimierung in Echtzeit. Die Dauer der Grünphasen auf der Route werden in Abhängigkeit von den durch das installierte Sensorsystem erfassten Verkehrsbedingungen dynamisch verändert.

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"Öffentlich-private Partnerschaften schaffen schnellere Fortschritte bei der Auswertung innovativer Lösungen für neue Mobilität. Die von uns unterzeichnete Vereinbarung ermöglicht es der Stadt Málaga, ein Vorzeigeprojekt für den Einsatz von Nachfrage- und Kapazitätsmanagementsystemen zu sein, die wir im Rahmen eines bahnbrechenden Proof of Concept in Europa entwickeln, umsetzen und evaluieren werden", so Juan Marín, City Director Spanien & Portugal Kapsch Trafficcom.

Beide Partner bekommen kein Geld

Die Vereinbarung sieht keine finanzielle Vergütung für einen der beiden Partner vor und wird es der Stadt Málaga ermöglichen, nach der Umsetzung der beiden Projekte alle Straßen der Stadt einzubeziehen und durch die fortgeschrittene Navigation kostenlose Echtzeitinformationen über die Verkehrssituation der Stadt zu erhalten. Dadurch wird die Stadt in der Lage sein, den Bürgern Lösungen zur Verbesserung des Verkehrs und zur Verringerung der Emissionen sowie alternative Routen für ihre Fahrten anzubieten.

Technologie:
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Kapsch Trafficcom ist oder war an Verkehrssystem-Projekten in rund 50 Ländern beteiligt. Als Teil der Kapsch Group verfügt das Unternehmen mit Hauptsitz in Wien über Tochtergesellschaften und Niederlassungen in rund 30 Ländern. Die rund 5.000 Mitarbeiter von Kapsch Trafficcom erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 738 Mio. Euro. (red)

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