Deutschland

Kapazität für Ökostrom übersteigt erstmals Kapazität fossiler Kraftwerke

Erneuerbare sind in Deutschland, dem Ursprungsland der Energiewende, weiter auf dem Vormarsch - aller Kritik zum Trotz. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch ist auf über 36 Prozent gestiegen. Die Erzeugungskapazität ist erstmals höher als jene von Kohle, Öl und Gas.

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. 2017 sei mehr Erzeugungsleistung aus Solar- Wind- und weiteren Ökostromanlagen installiert gewesen als aus Kohle-, Gas- oder anderen konventionellen Kraftwerken, berichteten vor wenigen Tagen die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt.

Den beiden Marktwächtern zufolge waren im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt Anlagen mit einer Leistung von gut 217 Gigawatt installiert. Dies entspricht rein rechnerisch in etwa einer gleichen Anzahl von Atomkraftwerken. Die Ökostromanlagen seien zusammen auf eine Kapazität von etwa 112 Gigawatt gekommen, während Kohle, Gas und Erdöl rund 105 Gigawatt ausmachten.

Bedeutung der Erneuerbaren steigt weiter

Auch habe die Bedeutung der Erneuerbaren Energien für die Stromerzeugung weiter zugenommen, hieß es in dem Monitoringbericht 2018 der Behörden. 2017 habe der Anteil des Ökostroms am Stromverbrauch 36 Prozent betragen. Mit dem Ausbau des Ökostroms und der Aufspaltung von Konzernen wie Eon und RWE hat sich auch die Marktmacht der früheren Energieriesen verringert.

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Offene Fragen zum Ausstieg aus der Atomkraft

"Dennoch ist es wichtig, dass wir die Marktsituation in Deutschland weiter beobachten", so Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Es müsse unter anderem beobachtet werden, wie sich der bis Ende 2022 geplante Atomausstieg in Deutschland auswirke.

Ähnlich wie in Österreich seitens der E-Control fordert auch in Deutschland der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, die Verbraucher auf, von den Möglichkeiten eines Anbieterwechsels stärker Gebrauch zu machen. "Der Wettbewerb bleibt ein wesentliches Element, wie sich Haushalte gegen steigende Strompreise wappnen können."

Wer den Stromanbieter wechsele, könne oft viel Geld sparen. "Es ist insofern unverständlich, dass die Wechselquote bei den Stromkunden 2017 stagniert. Bei Gasverträgen ging sie sogar leicht zurück." (reuters/apa/red)

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