Rüstungsindustrie

Kampfjets trotz Krise: USA vereinbaren milliardenschwere Lieferung nach Katar

Mitten in der schweren diplomatischen Krise rund um Katar und seine arabischen Nachbarstaaten vereinbaren die USA den milliardenschweren Verkauf von 36 Kampfjets des Herstellers McDonnell Douglas an das Land.

Die USA verkaufen Katar ungeachtet der politischen Krise am Golf Kampfflugzeuge vom Typ F-15. Hersteller der sogenannten "zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger" ist der Rüstungskonzern McDonnell Douglas.

Mit dem Verkauf werde die Zusammenarbeit zwischen den USA und dem Golf-Emirat verstärkt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Verteidigungsminister Jim Mattis und sein katarischer Amtskollege Khalid al-Attiya hätten auch über den Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" gesprochen.

Auch die Spannungen am Golf seien Thema gewesen. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump Katar vorgeworden, den Terrorismus zu unterstützen und die Isolierung Katars als persönlichen Erfolg bewertet.

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Volumen von zwölf Milliarden Dollar

Katar erklärte, ein entsprechender Vertrag mit einem Volumen von zwölf Milliarden Dollar (10,70 Mrd. Euro) sei unterzeichnet worden. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge handelt es sich um insgesamt 36 Maschinen. Hersteller Boeing lehnte eine Stellungnahme ab. Im November hatten die USA dem Verkauf von bis zu 72 Maschinen des Typs F-15QA an Katar mit einem Volumen von 21,1 Milliarden Dollar zugestimmt.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten haben die Beziehungen zu Katar eingestellt und Wirtschaftssanktionen verhängt. Sie werfen dem Land Terrorunterstützung vor. Das Emirat weist die Anschuldigungen zurück und wird seinerseits vom Iran und der Türkei unterstützt.

Die USA unterhalten in Katar einen wichtigen Militärstützpunkt. Aus der Regierung in Washington kamen dagegen gemischte Signale: Während sich Trump hinter die Forderungen stellte, Katar müsse die Terrorfinanzierung einstellen, rief Außenminister Rex Tillerson zur Mäßigung auf.

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Hintergrund des Konflikts ist auch die Konkurrenz zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran, zu dem Katar diplomatische Beziehungen unterhält. Saudi-Arabien und die USA wollen den Iran dagegen isolieren. Bei seiner ersten Auslandsreise hatte Trump den Iran scharf angegriffen und Rüstungsabkommen mit Saudi-Arabien mit einem Volumen von 110 Milliarden Dollar bekanntgegeben. (reuters/apa/red)