Zulieferindustrie

Kampf um Zulieferer Neue Halberg Guss: Streik

Nach der Übernahme durch die umstrittene Zuliefergruppe Prevent droht beim Autozulieferer Neue Halberg Guss weitreichender Abbau von Arbeitsplätzen. Eine Schlichtung ist zuletzt gescheitert.

Nach der gescheiteren Schlichtung beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) hat die IG Metall zu einem 24-stündigen Streik im Leipziger Werk aufgerufen.

Zulieferer von Prevent aufgekauft

Der Zulieferer von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Kurzem zur umstrittenen Gruppe Prevent-Gruppe der bosnischen Familie Hastor, die etliche alteingesessene deutsche Zulieferer aufgekauft und danach wiederholt Volkswagen angegriffen hat.

Jetzt droht dem Hersteller massiver Stellenabbau. Dagegen lieg nach einem rund sechswöchigen Arbeitskampf seit Ende Juli die Schlichtung - die zuletzt gescheitert ist.

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Die Verweigerung einer Lösung des Konflikts am Verhandlungstisch werde nun nicht länger hingenommen, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. Mit dem Beginn der Frühschicht am Dienstag um 6.00 Uhr sollten alle Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen, erklärte die Gewerkschaft in Leipzig.

"Stellenabbau in deutlich größerem Umfang" nicht auszuschließen

Die Beschränkung des Streiks auf 24 Stunden solle Zukunftslösungen für den Erhalt der Arbeitsplätze an den Standorten in Saarbrücken und Leipzig über die Schlichtung hinaus in den nächsten Tagen und Wochen noch möglich machen, erläuterte Kruppa. Die Gewerkschaft sieht im Verkauf des Unternehmens die einzige Möglichkeit für einen Neuanfang.

Die Geschäftsführung der NHG hatte vergangene Woche die Schlichtung für gescheitert erklärt. Demnach sei ein "Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni angenommen" nicht mehr auszuschließen. Seinerzeit galt die Schließung der Leipziger Gießerei mit 700 Beschäftigten Ende 2019 als beschlossene Sache. Im Stammwerk Saarbrücken war ein Abbau von 300 der 1.500 Jobs erwogen worden. (dpa/apa/red)