Personalia

Joe Kaeser verliert seinen besten Kontakt zur Regierung Trump

Mit Judy Marks hatte Siemens beste Verbindungen in die höchsten politischen Kreise Washingtons - und nebenbei in die Rüstungsindustrie der USA. Jetzt wirft die 54-Jährige bei Siemens hin und wechselt zum Aufzughersteller Otis.

Die Managerin Judy Marks leitet bei Siemens alle Aktivitäten in den USA. Ein überaus wichtiger Job, macht doch der Münchner Technologiekonzern in dem Land deutlich mehr Umsatz als bei sich zu Hause in Deutschland. Eine zentrale Qualifikation der 54-Jährigen für diese Aufgabe: Sie verfügt über beste Verbindungen in die politischen Kreise der USA - bis in die höchste Ebene.

Ein schneller Aufstieg - auf beiden Seiten des Atlantiks

Marks kam 2011 vom amerikanischen Waffenkonzern Lockheed Martin zu Siemens. Sie war zunächst mit den sehr lukrativen, aber von Siemens immer besonders bedeckt gehaltenen Geschäften direkt zwischen dem deutschen Technologieriesen und der US-Regierung betraut.

Das war wohl nur einer der Gründe, warum Konzernchef Joe Kaeser die Managerin ab Anfang 2017 zur Leiterin des gesamten US-Geschäfts bei Siemens machte.

Zeitgleich mit dem Job bei Siemens nahm Marks ab März 2017 auch die Stelle einer Beraterin des amerikanischen Handelsministers Wilbur Ross an.

Und im Mai 2017 stieg Marks auch zur Konzernchefin des US-Energieunternehmens Dresser Rand auf, das Siemens vor rund drei Jahren um stattliche sechs Milliarden Euro zugekauft hat. Hier unsere Meldung dazu: Siemens hat milliardenschwere Übernahme von Dresser Rand fixiert >>

Jetzt wirft Managerin hin - "auf eigenen Wunsch"

Doch jetzt wirft Judy Marks hin. Wie Siemens offiziell mitteilt, legt die Managerin ihr Amt bei Dresser Rand nieder. Auf eigenen Wunsch, wie es in der Mitteilung heißt. Doch laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" tritt Marks jedoch nicht nur bei Dresser Rand zurück, sondern kehrt auch Siemens insgesamt den Rücken. Sie wechselt an die Spitze des weltgrößten Aufzugsherstellers Otis, einer Sparte des US-Konzerns United Technologies.

Der deutsche Hersteller verliert damit einen seiner besten Kontakte direkt in die Führungszirkel Washingtons - und auch in die Waffenindustrie der USA.

Bei Siemens soll die Amerikanerin Lisa Davis, Mitglied im Gesamtvorstand des Konzerns und zuständig für Nordamerika, den Posten kommissarisch übernehmen, so ein Sprecher gegenüber der Zeitung. Es werde eine kurzfristige Neubesetzung angestrebt.

(red)