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Joe Kaeser fordert koordiniertes Vorgehen Europas gegenüber Asien

Das 21. Jahrhundert werde das asiatische Jahrhundert werden, sagt Siemens-Chef Joe Kaeser. Ein starkes, selbstbewusstes Europa sei "eine Notwendigkeit, wenn wir in der neuen Weltordnung bestehen wollen".

Siemens-Chef Joe Kaeser, der auch Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ist, hat dringend eine gemeinsame Außenwirtschaftspolitik der EU-Staaten gefordert. Das 21. Jahrhundert werde das asiatische Jahrhundert werden.

Ein starkes, selbstbewusstes Europa sei "eine Notwendigkeit, wenn wir in der neuen Weltordnung bestehen wollen", warnte Kaeser in einem Gastkommentar für das "vbw Unternehmermagazin". Es wäre "leichtsinnig anzunehmen, wir könnten ohne eine einheitliche europäische Politik in Asien unsere Interessen durchsetzen".

Die Volksrepublik werde spätestens 2030 die größte Volkswirtschaft der Welt sein und verfolge weltpolitische Ambitionen. Aber sie halte immer "noch viele Türen für ausländische Unternehmen geschlossen". Grundlage der europäischen Politik müsse Gegenseitigkeit sein, "also die gleichen Rechte für alle Beteiligten", mahnte Kaeser.

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Die gemeinsame Außenwirtschaftspolitik müsse die Infrastruktur und wichtige Technologien für die Grundversorgung der Europäer sichern und "Standards für die Cybersicherheit und für den Schutz geistigen Eigentums einfordern". Sie sollte "auch die Entwicklung starker europäischer Unternehmen fördern und nicht verhindern", schrieb Kaeser. Dass die EU-Kommission den Zusammenschluss der Bahnunternehmen Siemens und Alstom verboten hatte, sei nicht weitsichtig gewesen. (dpa/apa/red)