Infrastruktur

Jetzt gründet auch Deutschland seine eigene Asfinag

Österreich hat seinen Autobahnbetreiber Asfinag 1982 ins Leben gerufen - jetzt gründet auch Deutschland eine solche Gesellschaft. Dies sei die "größte Reform in der Geschichte der Autobahnen", meint dazu Verkehrsminister Scheuer.

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Der deutsche Autobahnbetreiber soll offiziell "Infrastrukturgesellschaft für Autobahnen" heißen und wurde jetzt in Berlin gegründet. Die Gesellschaft werde ihre Aufgaben ab 1. Jänner 2021 "vollumfänglich aufnehmen", so Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Minister: "Größte Reform in der Geschichte der Autobahnen"

"Der Bund wird künftig Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und Finanzierung unserer 13.000 Kilometer Autobahnen übernehmen - effizient zentral organisiert und kompetent regional aufgestellt", erklärte Scheuer dazu.

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Der Verkehrsminister nannte die Gründung der Gesellschaft "die größte Reform in der Geschichte der Autobahnen". Tatsächlich musste dafür sogar das deutsche Grundgesetz geändert werden.

Keine privaten Investoren an Bord - Bund bleibt Eigentümer

Vor zwei Jahren hatten Bund und Länder vereinbart, eine Infrastrukturgesellschaft zu gründen, die sich um Bau, Planung und Betrieb der Autobahnen und auch einiger Fernstraßen kümmern wird.

Der Bund bleibt aber Eigentümer der Autobahnen und sonstigen Bundesstraßen. Der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte auch private Investoren an der Gesellschaft beteiligen wollen. SPD und CSU lehnten das ab.

Eckdaten zur Asfinag

In Österreich steht die Asfinag (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) zur Gänze im Eigentum der Republik, finanziert sich aber selbst.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Vignetten und der Lkw-Maut fließen in die Instandhaltung bestehender Schnellstraßen und jedes Jahr in den Bau neuer Tunnel und Autobahnen, weshalb Österreich über eines der dichtesten Schnellstraßen-Netze der Welt verfügt.

Österreich: Kritik an der höchsten Versiegelung von Böden in Europa

Kritik gibt es immer wieder daran, dass viele Kommunen sich aus Kostengründen ganz gewöhnliche Landstraßen von der Asfinag ausbauen oder gänzlich neu errichten lassen – und dann gleich als wuchtige Autobahn.

Der ständige Bau neuer Schnellstraßen wiederum ist einer der wichtigsten Treiber der enorm schnell voranschreitenden Versiegelung von Böden in der Alpenrepublik. So wird nach Angaben der heimischen Hagelversicherung jedes Jahr eine Fläche von rund 8.000 Hektar an fruchtbaren und wertvollen Böden zubetoniert. Das ist europaweiter Negativrekord und entspricht einer Fläche von 31 Fußballfeldern - an jedem einzelnen Tag. (afp/apa/red)

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