Logistik

Jeder zweite Logistikentscheider hält Supply-Chain-Kosten für unnötig hoch

Auch in Zeiten der Digitalisierung fehlt den Unternehmen ein Kostenüberblick über ihre Supply Chain, zeigt eine Studie. Steigende Logistikkosten zwingen Industrieunternehmen dabei zur Optimierung ihrer Lieferkette.

Emporias Logistik Supply Chain Management

In nahezu allen Industriezweigen steigen die Logistikkosten - und hier vor allem die Transportkosten. Steigende Variantenvielfalt, Global Sourcing und wachsende Kundenanforderungen an Lieferzeiten und Reaktionsfähigkeit fördern diese Entwicklung noch zusätzlich. Selbst kleine Veränderungen oder Störungen wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus - und treiben die Kosten. Entsprechend unzufrieden sind die Unternehmen mit der Kostensituation ihrer Supply Chain, wie die aktuelle Studie "Supply-Chain-Management in Industrieunternehmen" zeigt. Demnach sieht jeder zweite Logistikentscheider in einem großen Industrieunternehmen signifikantes Einsparpotenzial in seiner Lieferkette, hat aber gleichzeitig Probleme, die Kosten transparent zu erfassen und die Potenziale zu heben.

Die vollständige und tiefgehende Kenntnis der Kostenstruktur ist aber Voraussetzung dafür, Stellschrauben für Einsparungen zu identifizieren. Diese Ansicht teilen drei Viertel der Industriemanager. Ebenso viele äußern genau dabei Probleme - und das, obwohl eine Mehrheit das eigene Unternehmen im Bereich Digitalisierung als überdurchschnittlich weit betrachtet.

"Die zunehmende Digitalisierung in den Unternehmen führt längst nicht überall dazu, dass die Kostentransparenz steigt. Dies sehen wir auch in vielen Kundenprojekten", sagt Oliver Ohlen, Supply-Chain-Experte und Geschäftsführer von Emporias. "Wenn die Gesamtkosten nicht über ein fundiertes Datenmodell vollständig erfasst und Kostenstellen zugeordnet werden, bleiben wahre Kostentreiber auch in modernen BI-Systemen unentdeckt. Dazu gehören vor allem indirekte Kosten, Wechselbeziehungen von Kostenbereichen und Aufwände durch Störungen", sagt Ohlen.

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Mangelnde Datenverarbeitung trotz Digitalisierung

Konkret nach der Erfassung und Verarbeitung von Kostendaten gefragt, gestehen 80 Prozent der Studienteilnehmer ein, dass diese Prozesse bei ihnen nicht ausreichend automatisiert sind. Zu häufig werden Daten manuell gepflegt. Sechs von zehn Befragten berichten zudem, dass vorhandene Kostendaten nicht richtig weiterverarbeitet würden.

"Ohne eine valide Datenbasis ergeben Kostensimulationen zur Steuerung und Optimierung der Supply Chain keine sinnvollen Ergebnisse. Einsparungen an einer Stelle tauchen daher häufig als Mehraufwand an anderer Stelle wieder auf", sagt Ohlen. Um die Kostentransparenz zu verbessern, führt dem Experten zufolge kein Weg daran vorbei, zunächst ein tragfähiges Gesamtkostenmodell für die Supply Chain eines Unternehmens zu entwickeln.

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