Standort Steyr

Jeder zweite BMW weltweit fährt mit einem Motor aus Oberösterreich

Das BMW-Werk Steyr ist einer der größten Arbeitgeber Österreichs und größtes Motorenwerk des Herstellers. Dort spürt man die Dieselkrise deutlich - und setzt verstärkt auf Benziner und Roboterautos. Manche seien inzwischen fast so gut wie "Knight Rider".

Mehr als jedes zweite weltweit ausgelieferte Fahrzeug des Konzerns BMW ist heute mit einem Motor aus dem Werk in Steyr in Oberösterreich unterwegs. Das hat BMW Österreich bei der Bilanzpressekonferenz in Wien mitgeteilt.

Dieser Standort in Oberösterreich ist das größte Motorenwerk des Konzerns weltweit. Im Vorjahr hat BMW Österreich fast 400 Millionen Euro in dieses Motorenwerk investiert.

Hier werden Motoren von BMW entwickelt, geplant und montiert. Verbaut werden diese unter anderem im BMW 5er, der bei Magna Steyr in Graz für den Weltmarkt produziert wird.

Für die Dieselproduktion bei BMW Steyr gab es im Vorjahr einen Dämpfer, dafür wurde mit Vollgas an Benzinmotoren geschraubt. Folgend die Details zu BMW Österreich und zur Strategie.

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Weniger Diesel, mehr Benziner

Im BMW-Werk im oberösterreichischen Steyr merkt man bereits die Abkehr vom Dieselmotor: Im Vorjahr ist der Anteil der Dieselmotoren an der Gesamtproduktion in Steyr um zehn Prozent zurück gegangen.

Insgesamt hat die BMW Group in Österreich 2017 etwas weniger Autos verkauft, aber trotzdem mehr umgesetzt. Kräftig angezogen hat das Geschäft in Zentral- und Südosteuropa, das von Salzburg aus betreut wird. Ein deutliches Plus gab es auch beim Vertragsbestand im Fuhrpark- und Leasinggeschäft.

Durchwachsenes Jahr in Steyr

Im Motorenwerk in Steyr gab es zwar ein kräftiges Produktionsplus von 5,2 Prozent, allerdings brach die Dieselerzeugung um 10,6 Prozent auf 776.129 Stück ein. Bei Benzinern gab es hingegen ein Plus von 40,2 Prozent auf 551.025 Motoren. Bei einem rückläufigen Umsatz von 1,8 Prozent wurde gleichzeitig um 25 Prozent mehr investiert.

Standort Steyr: "Das modernste Motorenwerk Europas"

"Wir haben in Steyr das modernste Motorenwerk Europas", so BMW-Steyr-Chef Christoph Schröder. 80 Prozent des Energiebedarfes kämen aus regenerierbaren Quellen. Jährlich verbraucht das Werk so viel Energie wie 80.000 Haushalte.

Erweiterung auch am Standort Salzburg

Und es wird weiter kräftig investiert: In Salzburg ist eine Erweiterung des Standortes um über 20 Mio. Euro geplant. "Ich blicke sehr optimistisch in die Zukunft, die BMW Group befindet sich heute in der größten Produktoffensive der Unternehmensgeschichte mit vielen neuen Modellen. Vor allem stehen 2018 viele neue Mitglieder der in Österreich enorm beliebten BMW X-Familie am Start", so BMW Austria-Chef Christian Morawa. Er hat zu Jahresende 2017 gemeinsam mit Steyr-Chef Schröder das Kommando bei BMW Österreich übernommen. Mehr dazu: BMW-Werk in Steyr bekommt einen neuen Chef >>

Umrüstung am Motor wäre "ein massiver Eingriff"

Die Diskussion um Umweltschäden von Dieselmotoren laufe "auf Basis von falschen Behauptungen, die Kunden dürfen nicht weiter verunsichert werden", betonte BMW Steyr-Chef Christoph Schröder bei der Vorstellung der Jahresbilanz eines der größten Arbeitgebers Österreich. Ohne Dieselmotoren wäre das Klimaziel der EU kaum erfüllbar, erklärte Schröder. Der Diesel werde jedenfalls noch lange eine wichtige Rolle spielen.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) habe bei seinem Werksbesuch in Steyr kürzlich betont, dass keine neuen Steuern auf Diesel geplant seien und dass Fahrverbote in Städten für Dieselfahrzeuge nicht im Raum stünden.

Dass der deutsche Automobilklub ADAC diese Woche mitteilte, dass eine Hardwareumrüstung alter Dieselfahrzeuge möglich und hocheffizient wäre, kann Schröder so nicht nachvollziehen. "Das wäre ein massiver Eingriff", so Schröder, der eine Entwicklungszeit von zwei bis drei Jahren benötigen würde und mit sehr hohen Kosten verbunden wäre.

Einige Modelle fahren schon wie "Knight Rider"

Trotz des Glaubens an die Zukunft des Diesel setze BMW auch in Steyr auf Elektromobilität, inzwischen würden bereits Komponenten für E-Autos produziert.

Als wichtigstes Zukunftsthema sieht Schröder das autonome Fahren, bei dem BMW schon sehr weit sei. Sowohl der neue 5er wie auch der neue 7er könnten bereits teilweise autonom fahren, wie zum Beispiel selbsttätig aus der Tiefgarage. "Wie Knight Rider", wie BMW-Österreich-Chef Christian Morawa freudenstrahlend sagt. (apa/red)

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