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Japan will strategisch wichtige Firmen vor Käufern aus China schützen

Japan will auisländische Investoren stärker kontrollieren. Treiber hinter der Entscheidung ist die aggressive Einkaufstour chinesischer Geldgeber. Japans neue Regelung soll für Branchen wie Verteidigung, Energie, Luftfahrt, Cybersicherheit und Telekommunikation gelten.

In Japan gelten bald strengere Regeln für Beteiligungen ausländischer Investoren an bestimmten heimischen Unternehmen. So soll es künftig schon dann genauere Kontrollen geben, wenn Ausländer mindestens 1 Prozent an einem japanischen Konzern übernehmen, teilte das Finanzministerium mit. Bisher liegt die Schwelle bei zehn Prozent.

Zwölf strategisch wichtige Branchen

Finanzminister Taro Aso sagte, die Gesetzesänderung diene dem Schutz der nationalen Sicherheit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gilt die neue Regelung für zwölf als strategisch wichtig eingestufte Branchen, darunter Verteidigung, Atomkraft, Luftfahrt, Cybersicherheit, Telekommunikation sowie die Strom- und Gasversorgung.

Das japanische Parlament hatte kürzlich ein Gesetz verabschiedet, dass in für die nationale Sicherheit relevanten Branchen strengere Kontrollen von Auslandsinvestitionen vorsieht.

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Chinas Einkaufstour als Treiber

Hintergrund ist die Furcht, dass China Zugang zu strategisch wichtigen Technologien bekommen könnte. Diese Sorge hat in den vergangenen Jahren bereits in den USA und Europa zu einer Verschärfung im Unternehmensrecht geführt. Für die strengeren Regeln in Japan will die Tokioter Regierung nach eigenen Angaben Ausnahmen gewähren, damit internationale Investoren nicht von Geschäften in Japan abgeschreckt werden. (reuters/apa/red)

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