Elektroautos

Jaguars Pläne mit Elektroautos: Mögliche künftige Großaufträge für Magna

Jaguar Land Rover hat große Pläne mit der Elektrisierung seiner Modellpalette. Magna Steyr könnten neue Großaufträge entstehen - denn die Grazer bauen schon heute den elektrischen I-Pace wie den Stadtgeländewagen E-Pace.

Der Autobauer Jaguar Land Rover (JLR) wird bis 2020 jedes seiner Modelle in einer Version mit elektrischem Motor oder zumindest als Hybrid anbieten. Das kündigte Konzernchef Ralf Speth bei einer Veranstaltung in London an. Sogar der historische Jaguar E-Type könne nachträglich elektrifiziert werden.

Autos als Miete, elektrische Antriebe, Roboter als Fahrer

Speth verwies dabei auch auf mehrere Trends, die seiner Ansicht nach wichtig sind: Die Nutzung von Autos durch eine große, zahlende Gemeinschaft; die Elektromobilität sowie die von Computern gesteuerten Roboterautos.

Bei den Vorbereitungen auf den von der Industrie erhofften Boom von Elektroautos ist Jaguar Land Rover auf jeden Fall schon mittendrin. Dabei setzt die britische Nobelmarke, die sich inzwischen in der Hand des indischen Großkonzerns Tata befindet, auch maßgeblich auf Magna Steyr in Graz.

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Magna Steyr als ein zentraler Zulieferer

2018 soll der rein elektrische Jaguar I-Pace auf den Markt kommen, der wie auch das SUV-Modell E-Pace in Graz bei Magna gefertigt werden wird. Zu genauen Produktionszahlen wollte der Hersteller nichts sagen. Aber man dürfe gespannt sein, meinte einer der Konstrukteure.

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Mit der Umstellung auf Elektroautos und Roboterautos gehe eine Veränderung auch in anderen Bereichen einher, glaubt Speth. Er verweist auf "die Möglichkeit, null Unfälle zu haben, reine oder zumindest reinere Luft, weniger bis keine Staus. Oder man denke an die Veränderungen für Branchen wie Abschleppdienste, Fahrschulen. Oder was zum Beispiel mit den rund 250.000 hauptberuflichen britischen Lkw-Fahrern geschehen wird".

Großbritannien will Verbrennungsmotoren ab 2040 verbieten

Großbritannien plant ein Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2040. Auch China will einen solchen Schritt und sucht gerade nach dem geeigneten Zeitpunkt dafür.

Auf die Entwicklung bei der Vernetzung will sich der Autobauer mit dem Modell "Future Type" einstellen, der bisher nur als Studie existiert. Die schmale Konstruktion der Karosserie bei diesem Modell soll in den stark vom Verkehr belasteten Städten mehr Autos auf weniger Parkplätze unterbringen.

Neues Modell mit einem abnehmbaren Kastl statt eines Lenkrads

Bei der Präsentation in London zeigte das Unternehmen auch ein Konzept namens ""Future Type". Dieses Modell ist entlang der Anforderungen des Verkehrs im Jahr 2040 entworfen, von denen der Autobauer heute ausgeht. Teil dieses Konzepts ist ein abnehmbares Lenkrad. Dieses Gerät erinnert mehr an eine Schachtel als an ein Lenkrad. Kunden sollen es in Zukunft beim Carsharing in jedes Auto des neuen Modells einsetzen können.

Gleichzeitig sollen Kunden das Gerät auch außerhalb des Autos als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine einsetzen. Etwa bei dem unter Technikern besonders beliebten Szenario, dass das Gerät die angeblich für Menschen so lästige Tätigkeit übernehmen soll, Milch zu bestellen, wenn gerade keine im intelligenten Kühlschrank ist.

(red/apa)

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