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IW-Experte warnt vor Abwanderung der Produktion

Ein Mitarbeiter des Institut der Deutschen Wirtschaft warnt vor den negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels. In immer mehr Regionen und Berufen werde es für Unternehmen schwieriger, passend qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat vor den Folgen des Fachkräftemangels gewarnt. "Die große Gefahr ist, dass die Produktivität ins Ausland abwandert, und zwar dorthin, wo es genügend Fachkräfte gibt", sagte IW-Ausbildungsexperte Dirk Werner der "Heilbronner Stimme".

In immer mehr Regionen und Berufen werde es für Unternehmen schwieriger, passend qualifizierte Fachkräfte zu finden. Dies schlage sich zunehmend auch im Wachstumspotenzial der Wirtschaft nieder.

Der Mangel sei nicht flächendeckend, aber einige Regionen und Branchen seien besonders betroffen. In manchen Berufen kämen 20 Arbeitslose auf 100 offene Stellen, sagte Werner der Zeitung. Engpässe gibt es demnach vor allem im Handwerk, in der Pflege, im Metall- und Elektrobereich sowie in der IT. "In vielen Regionen müssen Sie vier bis sechs Monate auf einen Handwerkertermin warten, manchmal werden Aufträge sogar abgelehnt."

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Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, sieht beim Thema Fachkräftemangel auch für das neue Jahr keinen Grund zur Entwarnung. "Eine rasche Besserung ist auch für 2019 nicht absehbar", sagte er der "Heilbronner Stimme". Nahezu die Hälfte der vom Verband befragten Unternehmen habe 2018 bereits Aufträge ablehnen müssen, weil ihnen geeignete Mitarbeiter fehlten.

"Entsprechend drastisch sind die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf die Wirtschaftsleistung Deutschlands insgesamt zu bewerten, denn dieser deckelt den Aufschwung", sagte der Mittelstandspräsident. "Früher waren einzelne Branchen wie Maschinenbau oder Gesundheit besonders betroffen", fügte er hinzu. Inzwischen bleibe "kaum noch eine Branche vom Fachkräftemangel verschont".

Um den Fachkräftemangel in Deutschland abzumildern, hatte die deutsche Regierung vor Weihnachten das bis zuletzt strittige Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen. Der Entwurf soll den Zuzug von Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten erleichtern. (afp/apa/red)

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