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IVA-Chef gegen Annahme des Frauenthal-Pflichtangebots: "Zu niedrig"

Kleinaktionäre sollten das Pflichtangebot von Ventana, dem neuen Mehrheitseigentümer von Frauenthal, nicht annehmen, so Wilhelm Rasinger vom IVA. Das Angebot sei zu niedrig.

Das Pflichtangebot des neuen Mehrheitseigentümers der börsennotierten Frauenthal Holding AG, der Ventana Holding GmbH von Frauenthal-AR-Chef Hannes Winkler, sollten die Streubesitz-Aktionäre nach Ansicht des IVA-Präsidenten Wilhelm Rasinger nicht annehmen, weil es zu niedrig sei.

Das Offert von 11,06 Euro je Aktie für die 16,28 Prozent Streubesitz - in Summe knapp 17 Mio. Euro - liege nur etwas über dem Buchwert, der aktuelle Aktienkurs sei mit 12 Euro höher. Zudem werde die "sehr sehr starke Position von Frauenthal im Sanitärgroßhandel", aber auch im Automotive-Sektor, außer Acht gelassen, so der Präsident des Interessenverbandes für Anleger zur APA: "Das heißt, die Ergebnisse werden sich in den nächsten Jahren sehr, sehr positiv entwickeln."

"Ergebnisse werden sich in den nächsten Jahren sehr, sehr positiv entwickeln"

"Natürlich" wisse das AR-Chef Winkler, "aber er schreibt das nicht hinein in das Übernahmeangebot". "Stutzig" macht Rasinger die zweistufige Vorgangsweise, die Winkler als ein Mitbegründer des Unternehmens offenbar wähle: nämlich erst seinem Kompagnon die Kontrolle abzukaufen - "wohl nicht zu elf Euro je Aktie" - und dann in einem weiteren Schritt dem Streubesitz ein zu niedriges Pflichtoffert zu legen. Auch der Streubesitz sollte vom höheren Preis für den Kontrollwechsel profitieren, plädiert der Kleinanlegerschützer für die "Gleichbehandlung aller Aktionäre".

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Vor einem Squeeze-out oder einem Delisting müssten sich die Frauenthal-Kleinaktionäre nicht fürchten, die 90-Prozent-Schwelle sei bei weitem nicht erreicht. "Für mich ist die Aktie ein klarer Kauf", betont Rasinger, obwohl die Aktionäre in den letzten Jahren "knapp gehalten" worden seien, zweimal gab es keine Dividende. Frauenthal notiert seit 1991 an der Wiener Börse, 2007 stiegen die Titel in den Prime Market auf, seit 2015 sind sie im Standard Market Auction.

Hannes Winkler übernimmt kontrollierende Beteiligung

Wie seit 27. Juni bekannt ist, hat Winkler - damals noch als Vize-Aufsichtsratschef - über seine Ventana Holding GmbH (und die EPE European Private Equity S.A.) eine kontrollierende Beteiligung erworben, was das Pflichtangebot auslöste. Gegenstand des Angebots von Ventana ist der Erwerb von bis zu 1,535.767 Frauenthal-Inhaberaktien, also die 16,28 Prozent Streubesitz. Das Angebot kann bis 24. August, 17 Uhr, angenommen werden.

Kernaktionär der Frauenthal Holding AG ist die FT Holding GmbH mit einer Beteiligung im Ausmaß von 74,24 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte. Die FT Holding gehört der Tridelta HEAL Beteiligungsgesellschaft S.A. Am 27. Juni hat Winkler via Ventana und EPE die Kontrolle über die Tridelta übernommen. 9,48 Prozent hält Frauenthal selbst. (apa/red)

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