IV Steiermark

IV-Steiermark-Präsident Georg Knill: „Sind gut vorbereitet auf den Transformationsprozess“

IV-Steiermark-Präsident Georg Knill sieht die steirische Industrie mit den richtigen Schwerpunkten gut positioniert.

Knill Energy Maschinenbau Standort Steiermark Georg Knill

"Wir können stolz sein, von Silicon Austria Lab das Headquarter nach Graz bekommen zu werden. Das ist zukunftsweisend."

INDUSTRIEMAGAZIN: Herr Knill, Sie haben vor rund drei Jahren als Vertreter einer neuer Generation das Amt des Präsidenten der steirischen Industriellenvereinigung übernommen. Was konnten Sie verändern?

Georg Knill: Im Präsidium haben wir uns darauf verständigt, dass wir in dieser Amtsperiode drei Schwerpunktthemen als zentral beachten und und monitoren, die ineinander verkettet sind: Innovation, Investition und Bildung.

Gibt es dazu eine Erfolgsmeldung? 

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Knill: Zu den Investitionen lassen wir von Joanneum Research eine jährliche Studie erarbeiten, die besagt, dass 2018 der Höchststand an Bruttoanlageninvestitionen in der Steiermark getätigt worden ist – seit ever. Sie konnten im Vorjahr noch einmal um vier Prozent auf 3,6 Milliarden Euro getoppt werden.

In unserem Interview vor drei Jahren hatten Sie erklärt, die Industrie müsse „mit mehr Optimismus, mit mehr Mut in die Zukunft blicken“. Ist Ihr Optimismus ungebrochen?

Knill: Absolut! Ich bin von der Grundeinstellung her Optimist. Es hat sich die Industrie in die richtige Richtung weiterentwickelt. Das zeigt auch die Investitionsstudie: 43 Prozent aller Unternehmen haben die Digitalisierung als Grund für Investitionen genannt. Die steirischen Unternehmen bereiten sich wirklich gut vor auf diesen Transformationsprozess. Aber nach wie vor drückt uns die Suche nach qualifizierten Fachkräften.

In den vergangenen zehn Jahren wurden 10.000 Arbeitsplätze in der steirischen Industrie geschaffen. Geht es in diesem Tempo weiter?

Knill: Die absolute Steigerungszahl wird nicht gehalten werden können. Der Engpass ist nach wie vor im technischen Bereich.

Worauf können Ihre IV-Kollegen aus den anderen Bundesländern neidisch auf die Steiermark blicken?

Knill: Neid ist der falsche Begriff. Wo sich die Steiermark abhebt, ist zum einen die F&E-Quote als Ergebnis von Kooperation. Die Kooperationen der Unternehmen mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen sind breit aufgestellt. Das funktioniert hervorragend. Auch zur Landesregierung läuft die Kooperation sehr positiv. Stolz sein können wir als Land, dass wir von Silicon Austria Lab das Headquarter nach Graz bekommen werden. Das ist zukunftsweisend.

Wertschätzung der Industrie durch Politik und Gesellschaft – wo stehen wir heute?

Knill: Uns geht es nicht um Dank und Anerkennung, es geht schlicht um das Erkennen des Stellenwertes der Industrie in der Steiermark, als Arbeitsbringer und Wohlstandsbringer. Da haben wir viel Aufklärungsarbeit geleistet. Das wurde in der Landesregierung erkannt. In der Steiermark macht der produzierende Bereich 34 Prozent des BIP aus und in den letzten Jahren hat sich ganz stark ein industrienaher Dienstleistungssektor entwickelt, der mittlerweile auch schon 8 Prozent des regionalen BIP ausmacht. Es ist immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, wo in der Steiermark der Wohlstand herkommt.

Zur Person

– Jahrgang 1973, verheiratet, zwei Töchter

– führt mit seinem Bruder Christian als Miteigentümer seit 2002 die Knill Gruppe, Aufsichtsratsvorsitzender der Rosendahl Nextrom GmbH

– Gruppenumsatz 350 Mio. Euro, rund 2200 Beschäftigte

– 2001 Vorsitzender der Jungen Industrie Steiermark

– 2012 Vizepräsident der IV Steiermark

– 2016 Wahl zum Präsidenten der IV Steiermark

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