Standort Kärnten

IV: Kärntens Industrie kommt gut durch die Krise

Die Kärntner Wirtschaft schlage sich in der Coronakrise gut, so die Einschätzung der IV Kärnten. Trotzdem sei der Ausblick vieler Betriebe für die nächsten Monate eher verhalten bis pessimistisch. Das Land brauche "strukturpolitische Entscheidungen", so Präsident Timo Springer.

Kärnten meistert die durch die Coronapandemie bedingte Krise gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Industriellenvereinigung (IV) Kärnten. Trotzdem ist der Ausblick der Unternehmen für die nächsten Monate eher verhalten, sagten die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz. Problematisch sei zudem die Konzentration von mehr als der Hälfte der Wertschöpfung auf nur fünf der 132 Gemeinden Kärntens. Eine Chance stelle die Energiewende dar.

Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der IV, sagte, die derzeitige Geschäftslage wird von 69 Prozent der Unternehmen positiv beurteilt. 77 Prozent beurteilen den Auftragsbestand als "gut". Bei der Beschäftigung gebe es sogar ein Zehn-Jahres-Hoch: 46 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen. Beim Ausblick für die Geschäftslage bis Herbst seien die Unternehmen hingegen verhalten. Nur 21 Prozent der Betriebe sind optimistisch. Hier spiegle sich die Unsicherheit wider, was internationale Geschäfte angeht.

IV-Präsident Springer: "Andere Länder wachsen dynamischer"

Wie IV-Präsident Timo Springer meinte, sei Kärnten zwar gut durch die Krise gekommen: "Aber wir fallen im Bundesländervergleich zurück." Dies liege daran, dass in den Jahren 2015 bis 2019 andere Bundesländer deutlich dynamischer gewesen seien als Kärnten. Deswegen brauche man strukturpolitische Entscheidungen, um jene Bereiche, die gut liefen, weiter auszubauen. "Wenn wir mehr auf die fokussieren würden, Richtung Leuchttürme gehen, dann sind wir überzeugt, dass sich das positiv auswirken wird."

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Einen aussichtsreichen Ausblick gab Anna Kleissner von Institut für Wirtschaftsforschung Economica Kärnten: "Es deutet alles darauf hin, dass Kärnten nicht nur den alten Wachstumspfad erreicht, sondern deutlich darüber hinausgehen wird." Ein Problem sei jedoch die Verteilung der Wertschöpfung. Die konzentriere sich in erster Linie auf fünf der 132 Gemeinden: Klagenfurt, Villach und Spittal an der Drau sowie Bleiburg und Althofen.

Potentiale vor allem bei der Mikroelektronik

Für das Standortmarketing gebe es erste gute Impulse, so Springer. Man habe große Potentiale vor allem bei der Mikroelektronik, aber auch bei der Holzwirtschaft, Steinen und Erden. Kleissner hob die Bedeutung der Energiewende hervor. Dort könne Kärnten innerhalb Österreichs eine Vorreiterrolle einnehmen. "Von Produktion bis Energieversorgung als auch bei der Forschung gibt es schon Kompetenzen im Land."

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Ein Lichtblick sei der Export. "Kärnten hat einen stabilen Außenhandel mit viel Luft nach oben. Unsere drei Haupthandelspartner waren bis 2019 Deutschland, Italien und die USA. 2019 wurde die USA aber von Slowenien eingeholt", sagte Kleissner. (apa/red)

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