Serie Mobilität der Zukunft

ITS: Zwischenhalt Wien

Ende Oktober fand in Wien der Weltkongress für Intelligente Transportsysteme statt. Damit ist das ehemalige Nischenthema endgültig als Wirtschaftsfaktor ins Bewusstsein gerückt.

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Kongressbesucher sind flexibel. Sie wechseln situations- und streckenabhängig zwischen den Verkehrsmitteln: Zu etwa 75 Prozent sind sie mit den Öffis unterwegs, ein Viertel legen längere Wege zu Fuß zurück, das Taxi nutzen nur zwölf Prozent. In der Fachsprache nennt sich das Multimodalität – und die war das zentrale Thema des ITS-Kongresses.

Nicht nur Kongressbesucher sind multimodal, die Verkehrsteilnehmer der Zukunft sind es auch. Ein Hemmschuh für den multimodalen Verkehr ist heute noch die Vielzahl an Gebühren, die anfällt, wenn man ständig zwischen den verschiedensten Verkehrsmodi hin und her wechselt – Parkgebühren, Straßenbahnticket oder die Bezahlung des Leihfahrrads, manchmal kaum mehr als Groschenbeträge. Da immer das passende Kleingeld bei der Hand zu haben, ist einfach unbequem und zeitaufwendig.

Ein Ticket für alles Das E-Ticket soll dem ein Ende bereiten. „Wenn die Stadtbewohner bequem ihr Ziel erreichen, hilft das, den Verkehr stärker auf öffentliche, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu lenken“, sagt Arnulf Wolfram, Leiter des Sektors Siemens Infrastructure & Cities. Mit der Smartcard von der Größe einer Kreditkarte bezahlen die Fahrgäste berührungslos. Die automatisierte Ticketerfassung gibt es in unterschiedlichen Ausformungen, in der höchsten Komfortstufe Be in/Be Out muss der Kunde nichts weiter tun, als diese Smartcard immer mit sich zu führen. Er steigt einfach in einen Bus ein und das System erfasst die Wegstrecke, die er zurücklegt, automatisch. Ohne Limits Siemens sucht nicht nur nach intelligenten Lösungen für den öffentlichen Verkehr, sondern forscht auch daran, wie Autofahrer ihr Ziel sicherer und komfortabler erreichen können. Unter anderem als Projektpartner der ASFINAG im Testfeld Telematik. Die Vision dahinter ist eine Straße ohne Blechschilder. Alle wichtigen Informationen über Baustellen oder Geschwindigkeitslimits werden direkt im Auto dargestellt. Dazu muss die Infrastruktur entsprechend ausgerüstet sein. Siemens hat zehn Ampeln nahe von Autobahnabfahrten mit WLAN ausgestattet. Sobald sich ein Testfahrer einer der Ampeln nähert, erhält er eine Geschwindigkeitsempfehlung direkt ins Fahrzeug, damit er die Kreuzung in einer Grünphase erreicht. Ideenforum

Zwei von vielen intelligenten Projekten, die zwischen dem 22. und 26. Oktober 2012 am 19. Weltkongress für Intelligente Verkehrssysteme (ITS) in Wien vorgestellt wurden. Viele davon wurden in Österreich entwickelt und die Starthilfe kam oft vom ATTC.

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