Zulieferindustrie

Italiens Karosseriebauer Pininfarina wird indisch

Der Ausverkauf der italienischen Zulieferindustrie nach Asien geht weiter. Nach dem Reifenkonzern Pirelli, der von ChemChina geschluckt wurde, kauft jetzt der indische Konzern Mahindra & Mahindra den Karosseriebauer Pininfarina.

Nach dem Reifenkonzern Pirelli, der mehrheitlich von dem chinesischen Chemieriesen ChemChina übernommen worden ist, gerät ein weiteres Schwergewicht der italienischen Industrie unter asiatischer Kontrolle. Der indische Konzern Mahindra & Mahindra übernimmt den namhaften italienischen Karosseriebauer Pininfarina.

Der Zulieferer gehört eigentlich Banken - auch der Unicredit

Dies wurde von der Pincar Holding bestätigt, die 76 Prozent des von der Familie Pininfarina gehaltenen Kapitals kontrolliert. Die eigentlichen Eigentümer des hoch verschuldeten Unternehmens sind 13 Gläubigerbanken, zu denen auch die Bank Austria-Mutter UniCredit gehört.

1,1 Euro zahlt Mahindra & Mahindra den Gläubigerbanken für jede Pininfarina-Aktie. Der indische Großkonzern verpflichtet sich zu einer Kapitalaufstockung in Höhe von 20 Millionen Euro bis Ende 2016. Bis 2017 verpflichtet sich Mahindra & Mahindra, die Schulden bei den Gläubigerbanken zurückzuzahlen. Diese betragen 87 Millionen Euro.

Pininfarina soll unabhängig bleiben

Der in Mailand notierte Pininfarina-Konzern soll seine Unabhängigkeit bewahren. Verwaltungsratspräsident Paolo Pininfarina soll im Amt bleiben. Die Gläubigerbanken hatten 2008 dem damals mit 581 Millionen Euro hochverschuldeten Konzern unterstützt. Bereits im vergangenen April hatte Mahindra Interesse an Pininfarina gezeigt. Die Kapitalisierung von Pininfarina macht derzeit 139 Mill. Euro aus. Das Unternehmen beschäftigt 700 Mitarbeiter, 200 davon in Italien.

Das eleganteste Styling der gesamten Automobilindustrie

Jahrzehntelang stand Pininfarina für das wohl eleganteste Styling der gesamten Automobilindustrie. In den Produktionswerken in San Giorgio bei Turin wurden Autos hergestellt, die Designgeschichte geschrieben haben. Die 1930 gegründete Karosseriebaufirma entwarf seit den 50er-Jahren nahezu alle Ferrari-Modelle und arbeitete auch für die Hersteller Maserati, Cadillac, Alfa Romeo, Ford, Volvo und Lancia. Auch im Schienenfahrzeugdesign war das Unternehmen erfolgreich tätig. (APA/red)

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