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Italiens intensiver Flirt mit China: "Gravierender Fehler"

Beim Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Rom will Italiens Regierung neue Kooperationen bei der "Neuen Seidenstraße" vereinbaren - darunter auch über den Triester Hafen, der für Österreich wichtig ist. Ein "gravierender Fehler", so EU-Parlamentspräsident Tajani.

Der italienische EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani kritisiert das Vorhaben Italiens, mit China eine Absichtserklärung zum Aufbau einer "Neuen Seidenstraße" zu unterzeichnen. Tajani bezeichnete anlässlich des Besuches des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Rom eine Einigung mit China als "gravierenden Fehler", der eine Gefahr für Italien und Europa darstelle.

"Gute Beziehungen und Kolonisation sind nicht dasselbe"

"Es ist ein Unterschied, gute Beziehungen zu China zu pflegen und sich kolonisieren zu lassen. Nicht die einzelnen EU-Länder, sondern Europa insgesamt muss über die Beziehungen zu China entscheiden. Europa den Chinesen zu überlassen, ist keine gute Idee", sagte Tajani italienischen Medienberichten zufolge.

Chinas Staatsoberhaupt Xi kommt diese Woche nach Rom. Der kommunistische Präsident besucht Italien im Rahmen einer Europa-Tour, die ihn auch nach Monaco und Frankreich führt. Italien will als erstes Mitglied der Gruppe der wichtigen Industrienationen (G-7) dieses Wochenende eine Absichtserklärung mit China unterschreiben.

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Umstrittenes Megaprojekt: Österreicher glauben an positive Wirkung

Die "Neue Seidenstraße" umfasst den Bau von Eisenbahnlinien, Straßen und Seeverbindungen von China nach Europa und Afrika. Das Projekt ist in Europa äußerst umstritten. Während in Österreich der Bundespräsident Alexander van der Bellen und zahlreiche andere politische Entscheider an positive Effekte des Megaprojekts glauben, warnen Kritiker vehement vor einer unabsehbar großen Abhängigkeit von China.  

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Im Bild Alexander van der Bellen und ÖBB-Chef Antreas Matthä beim Besuch in China zu Gesprächen über die "Neue Seidenstraße".

Kooperationen auch am Hafen Triest geplant

Das Abkommen werde auch Projekte am Hafen Triest betreffen, war im Vorfeld in italienischen Medien zu lesen - ein Standort, der für österreichische Exporteure besonders wichtig ist. (apa/red)

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