Industrieproduktion

Italiens Industrieproduktion schrumpft stärker als erwartet

Unternehmen in Italien, einem der wichtigsten Handelspartner Österreichs, haben ihre Produktion zuletzt deutlich zurückgefahren. Nur der Maschinenbau legte zu.

Die italienischen Unternehmen haben ihre Produktion im April doppelt so stark gedrosselt wie erwartet. Die Betriebe stellten um 1,2 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das nationale Statistikamt in Rom mitteilte. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,6 Prozent erwartet, nachdem es im März noch ein Wachstum von 1,2 Prozent gegeben hatte.

Die Erzeugung von Konsumgütern, Energie und Vorprodukten schrumpfte, während die von Investitionsgütern wie Maschinen zu Beginn des Frühjahrsquartals anzog. Der dritte Rückgang binnen vier Monaten bestätigt die Warnung des Statistikamts, wonach die italienische Wirtschaft in den kommenden Monaten einen Gang zurückschalten wird. Die jüngsten Konjunkturdaten "signalisieren ein langsameres Wachstum", erklärte Istat kürzlich.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent und damit langsamer als im Schnitt der Eurozone von 0,4 Prozent. Die inzwischen abgelöste Regierung prognostizierte für heuer ein Plus von 1,5 Prozent. Das wäre genauso viel wie 2017. Allerdings würde Italien damit eine der am langsamsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa bleiben.

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Der neue Ministerpräsident Giuseppe Conte hat zum Auftakt seiner Amtszeit einen einwanderungs- und eurokritischen Kurs ausgegeben. Die öffentlichen Ausgaben sollen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums steigen - trotz Italiens riesigem Schuldenstand. Viele Investoren hat das verunsichert. (reuters/apa/red)

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