Größtes Stahlwerk Europas

Italiener und Türken bieten gemeinsam für Ilva

Das riesige Stahlwerk Ilva im Süden Italiens steht zum Verkauf - und unter den Bietern hat sich jetzt ein Konsortium aus den italienischen Herstellern Marcegaglia und Arvedi und dem türkischen Stahlkonzern Erdemir gegen den Branchenprimus Arcelormittal formiert.

Der türkische Stahlkonzern Erdemir reiht sich unter die Bieter für das marode Stahlwerk Ilva in der süditalienischen Stadt Tarent ein. Gemeinsam mit den italienischen Platzhirschen Marcegaglia und Arvedi wollen die Türken den Standort übernehmen, wie das "Wirtschaftsblatt" berichtet. Alle drei Konzerne zu den großen Playern der Branche - so ist Erdemir mit einer Jahresproduktion von 8,5 Millionen Tonnen der größte Stahlhersteller der Türkei.

Die 25 Bieter haben Zeit bis 23. Mai

Wie mehrfach berichtet, ist außerdem der indische Stahlriese Arcelormittal im Rennen. Der größte Stahlkonzern der Welt gilt im Bietergefecht um Ilva als Favorit. Ebenfalls dabei ist weiterhin die brasilianische Gruppe CSN Steel, der US-Fonds ERP complian fuel und der chinesische Stahlmulti P&C. Dem Bericht zufolge haben die Bieter jetzt bis zum 23. Mai Zeit, ihre Gebote zu konkretisieren. Bisher sind bei der Regierung in Rom 25 Interessenserklärungen eingetroffen. Zwölf betreffen die Übernahme der gesamten Ilva-Gruppe, 13 den Erwerb von Töchtern.

Ermittlungen gegen Industriemanager, Politiker und Behörden

Eine Übersicht aktueller Meldungen von INDUSTRIEMAGAZIN.at zum Verkauf des riesigen Stahlwerks hier. Das Stahlwerk, in dem rund 14.000 Menschen arbeiten, steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht. Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen. Im Oktober wurde ein gerichtliches Mammutverfahren gegen Industriemanager, Politiker und Behördenvertreter eröffnet, die für die heftigen Verschmutzungen aus dem Werk verantwortlich gemacht werden. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht. (red)

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