Bahnbau

Italien zum BBT: "In fünf Jahren können wir das Ende erreichen"

Italiens Regierung rechnet beim Megaprojekt Brennerbasistunnel mit einem Ende der Bauarbeiten im Jahr 2026. Zudem überlegt Rom gerade auch den Bau eines Tunnels zwischen dem italienischen Festland und der Insel Sizilien.

Die italienische Regierung rechnet, dass der Bau des Brennerbasistunnels (BBT) bis 2026 abgeschlossen werden könnte. Bis 2028 soll dann auch die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mailand und Venedig fertiggebaut werden.

"Wenn der BBT 2026 und die Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Venedig bis maximal 2028 fertiggebaut werden, können wir sagen, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Zeiten für die Errichtung eines Bahn-Infrastrukturprojekts viel länger als jene für den Bau einer Straße sind. Im Laufe von vier bis fünf Jahren können wir unser Ziel erreichen", sagte die italienische Verkehrsministerin Paola De Micheli bei der Eröffnung der Baustelle für die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke Verona-Vicenza.

Die Ministerin bestätigte das Interesse der Regierung in Rom für den Bau eines Unterwassertunnels zwischen Sizilien und dem Festland. "Wir haben diesen Vorschlag von einer Gruppe von Ingenieuren erhalten. Wir werden den Vorschlag im Rahmen der Projekte vorstellen, die wir mit den Finanzierungen des ́Recovery Funds ́ konkretisieren wollen", so die Ministerin.

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Tunnel nach Sizilien im Gespräch

Italiens Premier Giuseppe Conte denkt an einen Untersee-Tunnel, der Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden soll. Das Projekt soll als Alternative zu einer Brücke über die Meeresenge von Messina dienen, für die bereits mehrere Pläne entworfen worden waren, die jedoch bisher nie realisiert wurden.

"Für die Meeresenge von Messina müssen wir an einer nachhaltige, leichte Struktur denken, die nicht umweltbelastend ist. Dabei es kann es sich auch um eine Unterwasser-Struktur handeln", sagte Conte. Laut der römischen Tageszeitung "La Repubblica" soll als Vorbild das milliardenschwere Projekt unter der Wasserstraße Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark dienen.

Mit dem Projekt eines Tunnels will Conte das chronische Problem mangelnder Verkehrsinfrastrukturen in Süditalien beheben. So sollen Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken in Kalabrien und Sizilien gebaut werden. Diese Infrastrukturprojekte will Italien mit den Milliarden finanzieren, die dank dem der EU finanzierten "Recovery Fund" erhält.

Regierung will Infrastruktur im Süden Italiens modernisieren

Ein Plan für den Bau einer 3,3 Kilometer langen Straßen- und Bahnbrücke über die Meeresenge von Messina wurde in den vergangenen Jahren eingefroren. Die Kosten von 8,5 Milliarden Euro wurden als zu hoch bewertet. Gegen das umstrittene Vorhaben war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Demonstrationen von Grünen und Linksparteien gekommen. (apa/red)

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