Bauindustrie

Italien investiert Milliarden in erdbebensicheres Bauen

Mögliche Chancen für Österreichs Baubetriebe: Rom will seine Infrastruktur massiv ausbauen und plant auch Milliardensummen für erdbebensicheres Bauen. In diesem Segment gehören Betriebe aus dem Westen und Süden Österreichs zu den am häufigsten beauftragten Firmen.

Mit massiven Investitionen in die Infrastruktur will die Regierung in Rom die Wirtschaft ankurbeln und Italien modernisieren. Dies berichtete Premier Paolo Gentiloni nach Medienangaben.

Aus den Kassen eines mit 47 Mrd. Euro dotierten Infrastrukturfonds, der mit dem Haushaltsgesetz 2017 eingerichtet wurde, sollen in den kommenden 15 Jahren Finanzierungen für die Modernisierung von Straßen, Häfen, des Bahnnetzes und des Nahverkehrs in den Städten und Metropolen locker gemacht werden. 13 Mrd. Euro sollen in die Modernisierung des Verteidigungswesens sowie in die Förderung modernster IT-Technologie fließen.

"Mit diesem Plan starten wir eine große Phase öffentlicher Investitionen im Infrastrukturbereich, die auf entscheidende Weise das Wirtschaftswachstum in Italien vorantreiben wird", kommentierte Gentiloni. Nach Jahren des Stillstands sei jetzt die Zeit gekommen, wieder kräftig im Infrastrukturbereich zu investieren. "Wir alle wissen, wie entscheidend öffentliche Investitionen für die Entwicklung des Landes sind", kommentierte Gentiloni.

Milliardenprogramm für erdbebensichere Bauten

7,7 Mrd. Euro sollen für erdbebensicheres Bauen und entsprechende antiseismische Sicherheitsstandards in öffentlichen Gebäuden, Museen und Schulen verwendet werden. Auch in Forschung und Entwicklung, Umweltschutz und den Abbau architektonischer Barrieren will die Regierung investieren.

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Holzbaubetriebe aus Österreich, vor allem aus Kärnten, Tirol und Vorarlberg, aber auch aus anderen Bundesländern, gehören zu den am häufigsten beauftragten Unternehmen beim Bau und Wiederaufbau von erdbebensicheren Wohngebäuden in Italien. Hier im Bild ein Projekt heimischer Baubetriebe beim Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2009 in der zentralitalienischen Stadt L'Aquila.

Betriebe aus dem Westen Österreichs vorn

Damals ging ein großer Teil der Aufträge für den Wiederaufbau an Konsortien aus italienischen Baufirmen und österreichischen Herstellern wie Binderholz Bausysteme, KLH, Mayr-Melnhof, Schafferer Holzbau oder Stora Enso. Gemeinsam errichteten die Partner ganze Siedlungen mit dreigeschossigen, erdbebensicheren Wohngebäuden - und zwar noch schneller als es die vorgeschriebene maximale Bauzeit von 80 Tagen vorgesehen hat.

Als 2012 in der Emilia Romagna wieder die Erde bebte, ging beim Wiederaufbau wieder ein großer Teil der Aufträge an österreichisch-italienische Konsortien. Derzeit findet die Organisation und der Wiederaufbau des jüngsten Erdbebens in Zentralitalien statt, das sich im vergangenen August ereignet hat.

(pm/apa)

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