Serie EC Austria

IT-Trends: Was morgen kommt

So viel steht schon jetzt fest: Es wird ein spannendes Jahr. Die Trends, die sich im IT-Sektor abzeichnen, versprechen noch agileres Business, noch mehr Innovation, noch mehr Kundennähe. Wir haben drei Branchenführer nach ihrer Top-Agenda für 2019 gefragt.

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Innovation treibt das Geschäft an. Keine Frage. Gleichzeitig bedeutet Innovation für viele Unternehmen ein beträchtliches Risiko. Damit Unternehmen schon im Vorfeld beurteilen können, ob eine neue Idee in der Praxis auch tatsächlich die erhofften Effekte bringt, habe Kapsch BusinessCom daher ein neues Format entwickelt, erklärt Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei Kapsch BusinessCom. „Wir wollen unseren Kunden helfen, möglichst schnell zu einem Use Case zu kommen und starten zu diesem Zweck das Workshop-Format: In einer Testumgebung können dabei Business-Anforderungen identifiziert und Datenanalysen unter realen Bedingungen durchgeführt werden.“ In der Folge wird dann ein Prototyp anhand repräsentativer Beispieldaten konzipiert, im letzten Schritt kann das neu entwickelte Modell in den laufenden Geschäftsprozess eingegliedert und mit den Echtdaten verbunden werden.

Phygital wird viral

Ebenfalls stark im Blickfeld wird Kapsch BusinessCom heuer auch die Integration des Physischen mit dem Digitalen haben. Unter dem schon heute viralen Stichwort „phygital“ werden beide Welten noch enger aneinander geführt, als das bisher möglich war. Ein Beispiel unter vielen: Mithilfe von optischen Sensoren können Werkstücke während der Produktion gescannt und so exakt identifiziert werden. Jedes Werkstück ist dann mit einem entsprechenden Datensatz in einer Datenbank vertreten, was eine einfache Nachverfolgung bei etwaigen Beanstandungen erlaubt. Nach wie vor on the top bleibt bei Kapsch BusinessCom aber auch das Sicherheitsthema, ganz unabhängig davon, welche Lösung in einem konkreten Fall zum Einsatz kommt: Edge Cloud Services, Datenverarbeitung an Ort und Stelle, Kapsch Shared Infrastructure oder Cloudlösungen der Kapsch-Partner Microsoft und SAP.

Spannendes ist auch vom Zahlungsdienstleister Wirecard zu vermelden. Bezahllösungen für Reisende aus China sind einer der Schwerpunkte, auf die Wirecard fokussiert. Bereits seit mehreren Jahren sorgen chinesische Touristen für stete Zuwächse im österreichischen Handel. Die Art, wie sie reisen und auch wie sie bezahlen, hat sich mit der Zeit massiv verändert. Standen ursprünglich Drei-Stern-Hotels und Barbezahlung im Vordergrund, so nächtigen chinesische Reisende heute in Vier- und Fünf-Stern-Hotels und bezahlen vorwiegend mobil. Denn online ist für die reisefreudige chinesische Mittelschicht längst der bevorzugte Kommunikationskanal. Plattformen wie WeChat zeigen das auf eine eindrucksvolle Weise.

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Fokus China

Ursprünglich als Chat-Dienst konzipiert, wurde die App um immer mehr Funktionalitäten erweitert und schließt nun auch die Bezahllösung „WeChat Pay“ ein. Ein anderer in China oft genutzter Bezahldienst ist Alipay, hinter dem der Online-Riese Alibaba steckt. Beide Lösungen stellen über die App Informationen zu Akzeptanzstellen zur Verfügung. „Für Händler besteht somit die Möglichkeit, sich über individuell zugeschnittene Bezahllösungen, speziell für ihre chinesischen Kunden, zu positionieren. Auch Rabatte und Aktionen, die auf Käufer aus China abzielen, können über die App ausgespielt werden“, erklärt Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard.

Wirecard ist aktiv am Ausbau von Bezahllösungen für chinesische Konsumenten beteiligt. So wurden mit Unterstützung von Wirecard kürzlich im Rahmen der China-Pay-Initiative von Tirol Werbung rund 150 Händler mit entsprechenden Bezahllösungen ausgestattet. Beteiligt an dem Projekt waren auch regionale Tourismusorganisationen wie Innsbruck Tourismus, Kitzbühel Tourismus, Ötztal Tourismus, der Tourismusverband Kufsteinerland, der Tourismusverband St. Anton, aber auch die Swarovski Kristallwelten.

Innovation durch Kooperation

Innovation braucht Kooperation. Diesem immer stärker werdenden Trend trägt TSystems mit der Teilnahme am Pilotprojekt smartfactory@tugraz Rechnung. Dabei arbeitet T-Systems mit Projektpartnern und diversen Organisationen an der Entwicklung agiler und datensicherer Fertigungskonzepte der Zukunft mit. Das Ziel ist es, für heimische Unternehmen eine Referenzumgebung anzubieten, in der sie digitalisierte Produktionstechnologien bis hin zur Losgröße 1 erproben können.

Für T-Systems liegt dabei einer der Schwerpunkte auf Datensicherheit und verlässlichen, auf Daten gestützten Produktionssystemen: „Wir steuern bei smartfactory@tugraz unser Know-how im Bereich der Information Security und Data Intelligence in einer Industrie 4.0-Umgebung bei. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auch auf Cybersecurity-relevanten Aspekten und der Nutzung von Daten“, erklärt Peter Lenz, Managing Director von T-Systems Austria.

Der Umgang mit Daten und die Möglichkeit, diese Daten im Fertigungsprozess produktiv zu nützen, werden im Rahmen von smartfactory@tugraz erprobt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Big Data Analytics. Big Data kann allerdings erst dann funktionieren, wenn die heute in der Praxis noch sehr häufigen Datenbrüche vermieden werden. Zu diesem Zweck wird im Rahmen von smartfactory@tugraz in einem realitätsnahen Fabriksmodell auch an einem kontrollierten Austausch von Daten aus unterschiedlichsten Systemen gearbeitet. Und es werden auch Anwendungen getestet, die die Schaffung von cyberphysikalischen Systemen in der Produktion erlauben. Zugleich entstehen in der smartfactory@tugraz aber auch erste Use Cases in der Produktion für Predictive Maintenance, Smart Monitoring/ Machine Learning sowie Closed Loop Manufacturing.